Informationsdienst Gentechnik: Pestizid-Hersteller wollte kritischen Forscher ruhig stellen

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

„Erst wollten sie ihm Zugang zu „unbegrenzten Forschungsmitteln“ bieten, dann in seinem Privatleben und dem seiner Ehefrau schnüffeln. Nur einige der Strategien, die der Schweizer Gentechnik- und Pestizid-Hersteller Syngenta erwog, um einen kritischen Forscher einer kalifornischen Universität ruhig zu stellen“, schreibt der Informationsdienst Gentechnik in dem Artikel „Pestizid-Hersteller wollte kritischen Forscher ruhig stellen“.

Der Biologe Tyrone Hayes von der University of California in Berkely hatte das Unkrautvernichtungsmittel Atrazin untersucht und „festgestellt, dass es die Geschlechtsorgane von Fröschen schädigte oder gar Männchen zu Weibchen machte“, schreibt der Informationsdienst Gentechnik. „Die Kommunikationsabteilung von Syngenta machte sich deshalb Gedanken, wie sie Hayes Glaubwürdigkeit herabsetzen könnte. Auf einem Notizzettel, der vor Gericht als Beweisstück diente, sind mehrere Ideen aufgelistet: Ihn mittels Fördergeldern zu kaufen, ein „psychologisches Profil“ über ihn zu erstellen, seine Vergangenheit und sogar die seiner Ehefrau zu untersuchen.“

Im Rahmen eines Gerichtsverfahrens, bei dem es um die Säuberung atrazin-belasteter Gewässer in den USA ging, musste Syngenta vor einigen Jahren Einblick in Akten und Korrespondenz gewähren. Vor kurzem wurden sie auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Eine Journalistin des 100Reporters-Netzwerks hat die Gerichtsdaten ausgewertet. Der Artikel über die Vorgangsweise von Syngenta im Fall Tyrone Hayes steht auf der Webseite des Informationsdienstes Gentechnik interessierten LeserInnen zur Verfügung.

Informationsdienst Gentechnik: Pestizid-Hersteller wollte kritischen Forscher ruhig stellen
100Reporters: Pest Control: Syngenta’s Secret Campaign to Discredit Atrazine’s Critics