Internationales Jahr des Bodens

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Die UNO hat das Jahr 2015 zum Internationalen Jahr des Bodens erklärt. Mit der Tagung „Boden ist Leben!“ läuten Landwirtschaftskammer Österreich, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und Umweltbundesamt Anfang Dezember 2014 gemeinsam das Internationale Jahr des Bodens in Österreich ein.

In Österreich wurden laut Angaben des Umweltbundesamtes in den letzten Jahren täglich zirka 20 Hektar Boden verbaut. „Durch das Verbauen und Versiegeln von wertvollem Acker- und Grünland für Verkehrs-, Industrie- und Siedlungszwecke gehen wichtige Bodenfunktionen wie die Speicherung von Wasser und Kohlenstoff verloren. Hochwertige Böden werden verbaut und stehen als wertvolle Naturräume sowie für die landwirtschaftliche Nutzung nicht mehr zur Verfügung. Der Wegfall von Versickerungsfläche erhöht zudem die Hochwassergefahr.“
Um den Bodenverbrauch einzudämmen und die Ressource Boden nachhaltig zu nutzen, sehen die ExpertInnen aus dem Umweltbundesamt die wichtigsten Hebel in der Raumplanung. „Dazu zählt, regionalisierte Zielwerte für die maximale Flächeninanspruchnahme und eine Berücksichtigung der Bodenfunktionen in den Raumplanungsgesetzen zu verankern. Darüber hinaus wird empfohlen Vorrangflächen für die landwirtschaftliche Produktion, für Hochwasser-Rückhaltezonen und für Bodenschutz zu definieren. Die Nutzung von brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen sowie von ungenutzten Wohnflächen im Dorf oder in der Stadt soll Vorrang vor Ansiedelungen auf der grünen Wiese haben.“

„Im EU-Vergleich ist die jährliche Flächeninanspruchnahme in Österreich überdurchschnittlich hoch“, so das Umweltbundesamt. „Gleichzeitig wächst aber der Bestand an brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen, der rund ein Drittel des jährlichen Flächenbedarfs abdecken könnte. Geht nun der derzeitige Bodenverbrauch in diesem Ausmaß weiter, würde in 20 Jahren zum Beispiel die gesamte Ackerfläche des Burgenlandes (150.000 ha) einer landwirtschaftlichen Produktion entzogen werden.“

Umweltbundesamt Pressemitteilung