InvestorInnen wollen keine Kohle mehr
26. Juli 18
Die französischen Versicherungsgesellschaften Macif und AG2R La Mondiale haben angekündigt, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, die neue Kohlekraftwerke planen. Damit folgen sie der Linie der großen europäischen Versicherern Allianz, AXA, Generali und SCOR. Der deutsche Stromkonzern RWE ist von diesen Entscheidungen besonders stark betroffen.
Macif und AG2R La Mondiale investierten 2017 weltweit in 120 Unternehmen, die Kohlekraftwerke betrieben. Davon entfielen fast 70 Prozent auf RWE, wie eine Vereinigung europäischer Umwelt-NGOs hatte veröffentlichte. Das deutsche Energieversorgungsunternehmen ist der weltweit größte Braunkohleproduzent sowie Europas führender Kohlekraftwerksbetreiber. Es gilt als großer Bremser des notwendigen Kohleausstiegs.
Ehemals hatten acht große Versicherungsunternehmen in RWE investiert. Mit dem nunmehrigen Ausstieg sind davon nur noch die französische Bank BNP Paribas und der deutsche Rückversicherer Munich Re übrig.
Die beiden französischen Versicherungen haben unterschiedliche Pläne zur Veräußerung ihrer Anteile. Diese basieren jeweils auf der auf der sogenannten Global Coal Exit List, die insgesamt 282 Kohle-Projektentwickler listet. Die Liste wurde im letzten Jahr von der Organisation Urgewald vorgestellt und enthält Daten zu mehr als 770 Kohleunternehmen.