Japan: Regierung und Atomlobby nutzten Armut der eigenen Bevölkerung aus, um Ausbau der Atomkraft voranzutreiben
Klima & Energie
Stillschweigen der armen Bevölkerung wurde mit großzügigen Subventionen erkauft.In Japan gibt es 54 Atomkraftwerke, viele davon wurden in armen Regionen gebaut, wo es nur wenige Beschäftigungsmöglichkeiten für die Bevölkerung gab. Die Regierung nützte die Armut und Zwangslage der BewohnerInnen, um ihr Atomprogramm voranzutreiben.
In einigen Orten gab es anfänglich zwar starken Widerstand der lokalen Bevölkerung, dieser wurde aber durch finanzielle Subventionen gebrochen.
Die New York Times berichtet, dass die Regierung großzügig in diejenigen Orte investierte, in denen es keinen Widerstand gegen den Bau von Atomreaktoren gab. Ein Gesetz aus dem Jahr 1974 erlaubt es der Regierung, von allen BürgerInnen des Landes eine Atom-Steuer einzuheben. Dieses Geld wurde dann in Bauprojekte in Gemeinden investiert, in denen Atomreaktoren gebaut wurden. So entstanden in ehemals armen Fischerdörfen große Sportanlagen und Gemeindezentren.
Fischer erhielten Entschädigungen für den Verlust der Fischereigründe in der Nähe von Atomreaktoren, die bis zu 600.000 Dollar ausmachten.
Die New York Times berichtet auch von großzügigen anonymen Spenden an diese Gemeinden, die allgemein den Betreibern der Atomkraftwerke zugeschrieben werden.
Der Wohlstand der armen Bevölkerung stieg, und der Widerstand gegen die Atomkraftwerke verstummte. Als dann nach einigen Jahren die Förderungen reduziert wurden, gab es bei der Bevölkerung keinen neuen Widerstand gegen den Bau zusätzlicher Atomkraftwerke, da diese die reduzierten Förderungen wieder erhöhten. So entstand ein Kreislauf finanzieller Abhängigkeit, dem viele Gemeinden nicht entkommen konnten.
New York Times: In Japan, a Culture That Promotes Nuclear Dependency. (en)