Japan verheizt verstrahlten Klärschlamm aus Fukushima

Klima & Energie

Süddeutsche Zeitung: „Radioaktive Erde wird vergraben, verstrahlter Klärschlamm verheizt“.

Wohin mit dem Atommüll, der im Fall einer Nuklearkatastrophe Landschaft und Häuser verstrahlt? Mit dieser Frage scheint sich die japanische Regierung bis jetzt noch nie auseinandergesetzt zu haben, denn das chaotische, aktuelle Krisenmanagement nach der Katastrophe von Fukushima zeigt, dass es in Japan keine bestehenden Pläne zur Entsorgung des radioaktiven Abfalls zu geben scheint.

Laut Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung wird radioaktive Erde einfach vergraben und verstrahlter Klärschlamm verheizt. Die Regierung möchte in der Präfektur Fukushima eine temporäre Deponie für mehrere Millionen Tonnen verstrahlten Müll einrichten. Dabei würde es sich nur um ein Zwischenlager handeln - unklar ist weiterhin, wo dieser Müll endgelagert werden soll.

An vielen Orten, die in großer Entfernung von Fukushima liegen, werden weiterhin hohe Werte für Verstrahlung gemessen. Das bedeutet, dass die oberste Bodenschicht zur Dekontamination abgetragen werden muss. Die lokalen Behörden wissen oft nicht, wo der Atommüll entsorgt werden soll. Laut Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung hätte zum Beispiel die Gemeinde Koriyama in der Präfektur Fukushima die Schulhöfe „dekontaminiert“, aber anschließend die verstrahlte Erde auf dem Schulgelände vergraben. Selbst Schulen in weit entfernten Gegenden - etwa in Kashiwa, 20 Kilometer nördlich von Tokyo - müssen dekontaminiert werden.

Hoch radioaktiver Klärschlamm wird laut Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung einfach verbrannt. Der Schlamm würde - oft nur mit Planen abgedeckt - auf dem Gelände der Kläranlagen gelagert. Laut Gesetz darf Klärschlamm nur dann verbrannt werden, wenn er eine bestimmte Höhe an Radioaktivität nicht überschreitet, das Gesetz erlaubt allerdings, den radioaktiven Abfall mit normalem Industriemüll zu mischen, bis die erlaubte Grenze von 8.000 Becquerel pro Kilogramm unterschritten wird. Wenn der Müll verbrannt wird, breiten sich radioaktive Partikel über große Gebiete aus.

Süddeutsche Zeitung: Erst verstrahlt, dann verbrannt.