Kärnten meldet fehlende Natura-2000-Gebiete nach
21. Dez 18
Bis Ende dieses Jahres hat Kärnten Zeit, fehlende Natura-2000-Gebiete bei der EU-Kommission nachzunominieren – auch um Strafzahlungen zu vermeiden. Dieser Vorgabe ist die Landesregierung nun nachgekommen: Am Dienstag wurden 15 von 25 fehlenden Gebieten nachgemeldet. Ende November und Anfang Dezember waren bereits insgesamt 10 Gebiete gemeldet worden.
Der WWF Österreich begrüßt die seit Jahren überfällige Nachnominierung von Natura-2000-Schutzgebieten in Kärnten, mahnt jedoch weitere Anstrengungen der Landesregierung ein. „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um das seit Jahren laufende EU- Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich positiv abzuschließen. Jetzt braucht es gute Managementpläne, damit unser Naturerbe langfristig gesichert wird“, sagt Artenschutz-Experte Arno Aschauer.
Besonders wichtig sei jetzt ein langfristig abgesichertes Schutzgebietsmanagement mit entsprechender personeller und finanzieller Ausstattung. „Reine Papiertiger bringen der Natur nichts. Der Kampf gegen das auch in Österreich belegte Artensterben erfordert konkrete Maßnahmen zum Erhalt und zur Herstellung der Biodiversität“, so Aschauer. „Mehr Naturschutz ist eine große Chance für Kärnten. Das Natura-2000-Netzwerk bringt nachweisbare Vorteile für Tiere, Pflanzen und uns als Landnutzer“, bekräftigt Aschauer. Der WWF Österreich forderte in diesem Zuge auch alle weiteren säumigen Bundesländer ebenfalls zu Nachnominierungen auf, um die EU-Verpflichtungen zu erfüllen.