Kärnten: Strategien gegen den Bodenverlust
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Die UNO hat das Jahr 2015 zum Jahr des Bodens erklärt. Das Bundesland Kärnten widmet dem Bodenschutz im nächsten Jahr einen Schwerpunkt in seiner fachlichen und politischen Arbeit. Dies betonte der Kärntner Umweltreferent Rolf Holub im Rahmen der Pressekonferenz zum „Österreichischen Bodenforum 2014“ in Klagenfurt am 28. Oktober 2014.Täglich werden in Österreich 22,4 Hektar wertvolle Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shopping-Center oder Industriehallen verbaut. Alleine in Kärnten werden 1,5 Hektar pro Tag und damit rund 550 Hektar pro Jahr wertvoller Flächen oder 0,50 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen versiegelt. Diese steigende Versiegelung von Agrarflächen hat ökologische und klimatische Auswirkungen. Deshalb sollen in einem ersten Schritt alle relevanten Daten aus den verschiedenen Fachbereichen des Landes zusammengeführt werden. Die anstehende Novellierung des Raumordnungsgesetzes werde auf diese Herausforderungen eingehen, so Holub.
Gerlind Weber von der Universität für Bodenkultur wies auf die starke Zersiedelung Österreichs hin. Es werde viel mehr Boden verbraucht als für die Abdeckung menschlicher Bedürfnisse erforderlich sei. Dies habe weitreichende Folgen. Für eine Region bedeute Zersiedelung einen wirtschaftlichen Wettbewerbsnachteil, Nachteile für den Klimaschutz und sei gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel zu vermeiden.
"Wir müssen mit unseren Böden wesentlich sorgsamer umgehen und die Flächennutzung effizienter gestalten“, betonte Karl Kienzl, stellvertretender Geschäftsführer im Umweltbundesamt. Rund 75.000 Hektar sind in Österreich als Bauland gewidmet, aber nicht bebaut. Wenn weiterhin Baulandreserven ansteigen, bedeutet das den Verlust von tausenden Hektar Boden in Österreich.
In Kärnten rechnen Expertinnen und Experten bis zum Jahr 2030 mit einem Bevölkerungswachstum rund um die Städte Villach und Klagenfurt bei einem gleichzeitigen Bevölkerungsrückgang in den ländlichen Gemeinden. Damit wären die hochwertigen Agrarböden rund um diese beiden Zentren verloren. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, Flächen für die landwirtschaftliche Produktion, für Hochwasser-Rückhaltezonen und für Naturräume als Vorrangflächen in der Raumordnung zu definieren. Die Nutzung von brachliegenden Industrie- und Gewerbeflächen sowie von ungenutzten Wohnflächen im Dorf oder in der Stadt soll Vorrang vor Ansiedelungen auf der grünen Wiese haben.