Kärnten und Steiermark werden zum Green Tech Valley
5. Nov 20
In der Steiermark sind bereits 220 Unternehmen Mitglied des steirischen Green Tech Clusters. Mittels einer neuen bundesländerübergreifenden Kooperation steht diese Plattform nun auch Kärntner Unternehmen offen. Die Beteiligung des Landes Kärnten am steirischen Green Tech Cluster öffnet Kärntner Unternehmen die Tür zu neuen Kooperationen und Innovationen. So könnten 70 bis 100 Betriebe in Kärnten dem Zukunftssektor Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft zugerechnet werden. Die Stadt Villach ist bereits Cluster-Partner geworden.
„Wir etablieren damit den Süden Österreichs als Green Tech Valley und erhöhen mit der Zusammenarbeit unsere internationale Sichtbarkeit und Strahlkraft“, erklärten Kärntens Technologiereferentin Landeshauptmann Stellvertreterin Gaby Schaunig, die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl sowie der Kärntner Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig in der Vorwoche bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt. „Der Green Tech Cluster ist ein international top bewertetes Netzwerk, das Unternehmen beim Wachstum mit grünen Innovationen stärkt. Durch die nunmehrige Zusammenarbeit von Kärnten und Steiermark im Cluster werden Synergien gehoben und die kritische Masse in diesem Bereich ausgebaut“, sagte Landeshauptmann Stellvertreterin Schaunig. „Grüne Technologien gehören zu den wichtigsten Zukunftsthemen. So wie der Silicon Alps Cluster in der Sparte der elektronikbasierten Systeme wird der Green Tech Cluster Kärntner Betrieben aus den Bereichen Solar, Biomasse, Wind, Wasserkraft oder Recycling internationale Sichtbarkeit, gemeinsame Innovationsmöglichkeiten und ein wertvolles Netzwerk bieten.“
Informationen zum Green Tech Cluster
Die Bereiche Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft bieten angesichts des europäischen Green Deal enorme Wachstumschancen in der grünen Transformation. Die 220 Unternehmen im Green Tech Cluster haben binnen zehn Jahren in diesem Bereich die Arbeitsplätze auf über 25.000 verdoppelt und die Umsätze auf über 5 Milliarden Euro verdreifacht. Mit ihren Technologien leisten die Unternehmen einen globalen Beitrag zum Klimaschutz und der Kreislaufwirtschaft. Der Cluster, der wiederholt zum weltbesten Umwelttechnik-Cluster gerankt (VDI/VDE, Global Cleantech Directory sowie Regiostars Award der EU) wurde, unterstützt mit F&E-Projektentwicklung, Technologietrends, Marktchancen sowie globalen Kontakten.
Je nach Unternehmensgröße zahlen die Unternehmen im Cluster Jahresbeiträge von zwischen 750 und 5.900 EUR. Die Unternehmen lernen voneinander, entwickeln gemeinsam F&E-Projekte, nutzen das Netzwerk und direkte Marktzugänge. Das Wachstum Kärntner Unternehmen im Green Tech-Segment in Bezug auf Umsatz und Beschäftigung ist mittlerweile prozentuell größer als das regionale BIP-Wachstum Kärntens.
Wasserstoff als gemeinsamer Themenschwerpunkt
Die nachhaltige Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff als Treiber der Energie- und Mobilitätswende ist ein erster gemeinsamer Themenschwerpunkt beider Bundesländer. Ende November wird das Green Tech Radar erscheinen, welches die Technologie- und Marktentwicklung der kommenden Jahre aufzeigt. Unternehmen aus Kärnten und der Steiermark werden im Workshop am 26. November 2020 ihre Innovations-Chancen in diesem Bereich erarbeiten.
Die Umsetzung gemeinsamer Aktivitäten im Cluster soll nun den Export dieser Technologien weiter stärken. Mit der Kampagne „Don’t waste // invest“ wird das Know-how von Unternehmen wie Lindner Recycling international kommuniziert. Gemeinsame Einkäufertage sowie eine neue Vertriebsplattform werden nachhaltige Lösungen internationalen Kunden zugänglich machen.
„Die Steiermark und Kärnten haben in den vergangenen Jahren sehr erfolgreiche Kooperationen aufgebaut – etwa mit der Forschungsgesellschaft JOANNEUM RESEARCH, dem gemeinsamen Mikroelektronik-Cluster Silicon Alps und dem Forschungszentrum Silicon Austria Labs“, betonte Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl. „Ich freue mich daher, dass wir nun auch im Bereich der grünen Technologien verstärkt zusammenarbeiten und damit die Süd-Achse weiter stärken. Der Sektor ist seit vielen Jahren ein wesentliches wirtschaftliches Stärkefeld der Steiermark. Ich bin davon überzeugt, dass wir wechselseitig voneinander profitieren können und künftig gemeinsam einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten werden.“
„Green Tech bietet für Kärnten und die Steiermark die nächste große Zukunftschance, die bestehende Achse bei der Entwicklung und Anwendung von Wasserstoff-Technologien künftig noch weiter zu stärken“, ist Landesrat Schuschnig überzeugt. „Wir haben mit der HyCENTA Forschungsgesellschaft der TU Graz schon jetzt einen führenden Experten als wissenschaftlichen Partner gewinnen können. Die Green Tech Kooperation bietet nun dem Wirtschaftsstandort Kärnten weiteres Potential, die Riesenchancen von Wasserstoff zu nutzen: In der Industrie, im Verkehrsbereich, in der Wirtschaft und für Green Jobs. Durch Green Tech setzen wir den nächsten Schritt für Kärnten, führende Wasserstoff-Modellregion zu werden“, so der Kärntner Wirtschaftslandesrat.