Kalifornien: Abstimmung über Kennzeichnungspflicht für Gen-Food
Umweltrecht & KonsumentInnenschutz (EBI,TTIP)
Die kalifornischen BürgerInnen stimmen am 6. November 2012 darüber ab, ob gentechnisch manipulierte Lebensmittel in Zukunft auch als solche deklariert werden müssen. Umfragen deuten darauf hin, dass die KalifornierInnen mit einer großen Mehrheit die Kennzeichnungspflicht fordern werden. Die sogenannte “Proposition 37“ würde außerdem verbieten, dass gentechnischen manipulierte Lebensmittel als “natürliche“ Lebenmittel vermarktet werden.Die Abstimmung in Kalifornien hat auch für den Rest des Landes große Bedeutung, schreibt Mark Bittman in seinem Kommentar “G.M.O.’s: Let’s Label ’Em“ für die “New York Times“. In dem Bundesstaat leben rund 12 % der Amerikaner und viele umwelt-relevante nationale Gesetze wurden zuerst in Kalifornien umgesetzt. “As California goes, so goes the nation“, schreibt Bittman.
Bittman rechnet damit, dass die großen Lebensmittelkonzerne in Zukunft eher darauf verzichten werden gentechnisch manipulierte Nahrungsmittel – wie zum Beispiel Mais oder Sojabohnen – für die Herstellung ihrer Produkte zu verwenden als diese mit dem Hinweis “gentechnisch manipuliert“ zu versehen. Denn dieser Hinweis würde sich negativ auf die Umsätze auswirken, prophezeit Bittmann.
Es sei auch unwahrscheinlich, dass die Konzerne nur für den kalifornischen Markt Produkte ohne Gentechnik entwickeln. Viel wahrscheinlicher sei es, dass sie in Zukunft landesweit auf gentechnisch manipulierte Zusätze verzichten werden.
Die Lebensmittelkonzerne haben in den letzten Monaten viele Millionen Dollar investiert, um gegen das Gestz Lobbying und Werbung zu machen. Trotzdem weisen Umfragen darauf hin, dass 65 Prozent der KalifornierInnen für die Kennzeichnungspflicht stimmen werden. Landesweit sprechen sich sogar noch mehr AmerikanerInnen – nämlich 91 Prozent - für eine Kennzeichnungspflicht von gentechnisch manipulierten Lebensmitteln aus, schreibt Bittmann.
New York Times, Mark Bittman: G.M.O.’s: Let’s Label ’Em (en)