Klimaerhitzung sorgt für vermehrtes Baumsterben

26. April 19

In den vergangenen 30 Jahren haben sich in Mitteleuropa die Flächen verdoppelt, die von Baumsterben betroffen sind. Im Gegensatz zum Waldsterben der 1980er-Jahre ist nun vor allem die Klimakrise Grund für vermehrtes Baumsterben. Das zeigt eine Studie der Universität für Bodenkultur (Boku) in Wien.

Rupert Seidl und Cornelius Senf vom Institut für Waldbau der Boku stellten ihre neue Studie zu Baummortalität, die im Journal "Nature Communications" veröffentlicht wurde, beim 20. Klimatag in Wien vor. Die Wissenschaftler und ihr Team haben, unterstützt vom Wissenschaftsfonds FWF, Satellitenbilder von Wäldern in Österreich, Deutschland, Polen, Tschechien, der Slowakei und der Schweiz aus den Jahren 1984 bis 2016 interpretiert. Dafür wurden 24.000 Waldflächen von 30 mal 30 Meter Größe wurden zufällig ausgewählt. Die Forscher sahen sich aussagekräftige Bereiche des Infrarot- und des sichtbaren Lichtspektrums an, um die Bilder jeweils auf Veränderungen im Kronendach hin zu untersuchen.

Die Ergebnisse sind beunruhigend: Ende der 1980er-Jahre waren lediglich etwa 0,5 Prozent der Waldfläche von erhöhter Mortalität betroffen, 2016 lag der Wert bereits bei über einem Prozent. Im Mittel lag die jährliche Zunahme in allen Ländern bei 2,39 Prozent, in Österreich allein aber bei 2,9 Prozent. Wenn man diese Daten mit solchen über den Klimawandel kombiniert, zeigt sich, dass eine durchschnittliche Temperaturerhöhung um ein Grad einem Anstieg der Mortalität im Kronendach von 0,41 Prozent entspricht. Allerdings trifft die Studie keine Aussagen über konkrete Gründe des Baumsterbens. Klar ist jedoch, dass Borkenkäfer sowie heiße und trockene Sommer dem Wald zusetzen.


Der Standard: Klimawandel beschleunigt das Baumsterben