Klimakonferenz in Lima: Österreich noch ohne Beitrag zum Green Climate Fund

Klima & Energie

Diese Woche (8.-12. Dezember 2014) werden in Lima rund 200 Delegierte über einen Text für das Klimaabkommen verhandeln, welches das Kyoto Protokoll II ab 2020 ablösen soll. Die österreichischen Umweltorganisationen beurteilen die derzeitige Lage kritisch.

„In Lima geht es darum, die Grundlagen für ein Weltklimaabkommen in Paris zu schaffen. Die gerechte Aufteilung der Emissionsminderung für alle Staaten und finanzielle Unterstützung für Entwicklungsländer um nachhaltige Entwicklung und Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu unterstützen, sind die zentralen Eckpfeiler eines solchen Abkommens. Derzeit klafft aber eine gewaltige Kluft zwischen der Anforderung und den Angeboten der Staaten,“ sagte Global 2000-Klimasprecher Johannes Wahlmüller vor seiner Abreise zur Klimakonferenz.

Gemäß einem aktuellen Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP werden schon bis zum Jahr 2020 pro Jahr um acht bis zehn Gigatonnen CO2 mehr ausgestoßen als erlaubt ist, um das von der internationalen Staatengemeinschaft selbst gesteckte Ziel zu erreichen. Ziel ist, die globale Erwärmung auf unter zwei Grad zu drücken. Diese „Ziellücke“ wird sich bei Beibehaltung der bestehenden Politik bis 2030 noch auf 14 bis 17 Gigatonnen CO2 pro Jahr erhöhen, so der Bericht.

Gleich zu Beginn der Konferenz wurde Österreich von 900 NGOs mit dem Negativpreis „Fossil of the Day“ ausgezeichnet, weil es eines der wenigen Länder ist, das bisher noch keinen Beitrag zum Green Climate Fund zugesagt hat, so Global 2000.

In Lima soll es zu einer Übereinkunft über die wichtigsten Elemente und Prozesse für einen Weltklimavertrag in Paris 2015 kommen. Die Kriterien für nationale Ziele sollen festgesetzt und die weiterführenden Klimaschutz-Maßnahmen vor 2020 beschlossen werden.
Auch Greenpeace ist in Lima vertreten. Die NGO tritt dafür ein, dass alle Länder einen fairen und verbindlichen Beitrag leisten, um die Klimaerwärmung auf 1.5°C zu begrenzen. Langfristig sollen laut Greenpeace fossile Brennstoffe Schritt für Schritt reduziert werden. Ziel ist es, bis 2050 den Energiebedarf zu 100% aus erneuerbarer Energie zu decken.

Global 2000 Pressemitteilung
Greenpeace Pressemitteilung