Klimakrise verschärft weltweite Gesundheitsgefahren dramatisch

Hunderttausende Hitzetote und massive wirtschaftliche Verluste

Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels haben sich im vergangenen Jahrzehnt deutlich verschärft. Laut dem aktuellen „Lancet“-Bericht starben zwischen 2016 und 2023 weltweit durchschnittlich mehr als 540.000 Menschen jährlich an den Folgen extremer Hitze. Rund 68 Prozent dieser Todesfälle werden der Klimaerwärmung zugeschrieben. Allein 2023 waren es schätzungsweise 710.000 Hitzetote. Zugleich beeinträchtigen steigende Temperaturen die Arbeitsproduktivität: Für 2025 beziffern die Forschenden die weltweiten wirtschaftlichen Verluste auf 1,07 Billionen US-Dollar, besonders in der Landwirtschaft und im Bauwesen.

Extreme Dürren nehmen rasant zu

Auch die zunehmende Trockenheit bedroht die Gesundheit, unter anderem durch häufigere Waldbrände und gesundheitsschädliche Rauchbelastung. Im Jahr 2025 waren 51,8 Prozent der weltweiten Landflächen mindestens einen Monat lang von extremer Dürre betroffen – der zweithöchste jemals verzeichnete Wert. Gegenüber dem vorherigen Jahrzehnt hat sich die Zunahme extremer Dürre laut Bericht um mehr als 700 Prozent beschleunigt.

Die mehr als 140 beteiligten Wissenschaftler:innen, darunter Forschende der Wirtschaftsuniversität Wien und des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA), sprechen von einer dramatischen Entwicklung. Sie fordern die Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf, die Klimakrise offiziell als globale gesundheitliche Notlage anzuerkennen und den Gesundheitsschutz stärker in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen zu rücken.

Gleichzeitig warnen sie vor einer wachsenden Finanzierungslücke: Während der Bedarf an Klimaanpassung und gesundheitlicher Vorsorge steigt, kürzen wichtige Industriestaaten ihre Entwicklungshilfe. Besonders die USA und Deutschland haben ihre Mittel deutlich reduziert. Die Forschenden fordern deshalb zusätzliche Investitionen, um insbesondere die Bevölkerung in besonders gefährdeten Regionen besser vor den gesundheitlichen Folgen der Klimakrise zu schützen.

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Science.orf.at, 28.10.2026