Klimaretter.Info: Atomkonzern ist "finanzielles Großrisiko"

Energie

Die Reaktoren des Schweizer Atomunternehmens Axpo sind laut einer Studie unrentabel, berichtet „klimaretter.info“.

Die Atomwirtschaft der Schweiz steht würde massiven wirtschaftlichen Problemen stehen. „Nachdem der eidgenössische Atomkonzern Axpo das vergangene Geschäftsjahr bereits mit einem Verlust von 730 Millionen Schweizer Franken (700 Millionen Euro) abschließen musste, bezeichnet nun eine Studie im Auftrag der Grünen Partei das Unternehmen als "finanzielles Großrisiko für den Kanton Zürich". Dieser ist mit 36 Prozent Anteil größter Eigentümer der Axpo.

Ein wesentlicher Grund der wirtschaftlichen Schwäche des Unternehmens sind die niedrigen Strompreise im Großhandel. Ähnlich wie in Deutschland ist auch am Schweizer Strommarkt der Kilowattstundenpreis in den letzten sechs Jahren um zwei Drittel gefallen.“
In ihrem Geschäftsbericht klagt die Axpo inzwischen über eine „Stromschwemme“, schreibt „klimaretter.info“, und das sei „insofern bemerkenswert ist, als die Atomwirtschaft (in der Schweiz wie auch in Deutschland) seit Jahrzehnten den Bau von Atomkraftwerken mit einer drohenden "Stromlücke" zu begründen versuchte. Doch die liegt durch den Boom der erneuerbaren Energien ferner denn je, womit den Atomfirmen zunehmend die Basis entschwindet“.

Auch in Frankreich würde die Branche inzwischen unter erheblichem wirtschaftlichen Druck stehen. Der „weltgrößte Atomkonzern, die französische Areva, fuhr im vergangenen Jahr einen Rekordverlust von 4,8 Milliarden Euro ein“, berichtet „klimaretter.info“.
"Atomkraftwerke seien laut dem Autor des aktuellen Grünen-Gutachtens, Rudolf Rechsteiner, „Auslaufmodelle“. "Wenn man ehrlich wäre, wüsste man schon lange, dass der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke sich nicht mehr kostendeckend gestalten lässt", sagt Rechsteiner.

Es hätte sich mittlerweile auch schon die Eidgenössische Finanzkontrolle zu Wort gemeldet, berichtet „klimaretter.info“. „Sie fürchtet, dass die Betreiber der Schweizer Reaktoren nicht mehr imstande sein werden, für die Kosten der Stilllegung und der Entsorgung aufzukommen. Die Betreibergesellschaften würden mitunter nur über ein haftendes Aktienkapital in Höhe von 350 Millionen Franken (337 Millionen Euro) verfügen. Das Haftungsrisiko des Bundes sei dadurch hoch.

Klimaretter.Info: Atomkonzern ist "finanzielles Großrisiko"