klimaretter.info: Der kleine Bruder des Abgasskandals

Verkehr & Luft & Industrie

Die Manipulationen der Abgaswerte führen zu Rückrufaktionen in Millionenhöhe und von einer Aufklärung ist man noch immer weit entfernt. „Jetzt rollt das nächste Problem heran“, berichtet die Internetplattform „klimaretter.info“: „Billige Austauschkatalysatoren filtern nicht, wie sie sollten. Manche sind schlichte Attrappen.“

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert, dass das deutsche Bundesverkehrsministerium nichts dagegen tut. Die DUH hätte dem Ministerium entsprechende Informationen gegeben, Gutachten vorgelegt, und das Ministerium mehrfach aufgefordert tätig zu werden. Neuerdings erhalte man aber nicht einmal mehr Antworten auf Anfragen „und werde schlicht ignoriert“ sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Es geht um Austauschkatalysatoren, die umwelt- und gesundheitliche Abgase wie beispielsweise Stickoxide in ungiftige Stoffe umwandeln sollen, „bevor sie durch den Auspuff in die Umwelt geblasen werden“, berichtet „klimaretter.info“. Der Markt sei jedoch "überschwemmt mit Billigteilen, sodass Qualitätsware im Wettbewerb kaum Chancen hat", kritisiert Resch.

Eine Untersuchung des TÜV Nord aus dem Jahr 2015 zeigte, so „klimaretter.info“, dass vier von fünf Austausch-Katalysatoren die Stickoxid-Grenzwerte nicht einhielten, sondern diese bereits im Neuzustand oder nach kurzer Einsatzdauer massiv überschritten. Die DUH schätzt, dass etwa eine Million solch "unwirksamer Katalysatoren" in deutschen Autos verbaut sind. Die herkömmliche Abgasuntersuchung ignorieren die Stickoxide, es gäbe dadurch „schlichtweg keine Kontrolle der Grenzwerte und damit auch keine Konsequenzen, wenn Billigteile zum Einsatz kommen“, bemängelt Philipp Schulte, Sprecher der Industrie- und Handelsvereinigung Blauer-Engel-Kat, das derzeitige System.

Gegen Anbieter von "offensichtlich unseriösen" und Billig-Katalysatoren gehe die DUH bereits systematisch vor, berichtet „klimaretter.info“. „Da die mangelhaften Ersatzteile überwiegend im Internet verkauft werden, habe man mit dem Online-Marktplatz Ebay eine Zusammenarbeit vereinbart: Nach entsprechenden Hinweisen der DUH werde das Handelsportal "nicht zweifelsfrei legale Produkte aus dem Angebot verbannen", sagte Resch und kündigte an, sich um eine Ausweitung dieses Vorgehens auf weitere Handelsplattformen zu bemühen.“

klimaretter.info: Der kleine Bruder des Abgasskandals