Klimaretter: Kohlekraftwerke vergiften Polarfüchse
Chemie & Nanotechnologie, Klima & Energie
Polarfüchse in der Arktis werden in ihrer Existenz nicht nur vom Klimawandel bedroht, „sondern im schmelzenden Eis der Arktis wird nun auch eine Altlast aus Kohlekraftwerken frei: das hoch giftige Schwermetall Quecksilber. Hohe Sterblichkeits- und geringe Reproduktionsraten sind die Folge“, schreibt Reinhard Wolff in seinem Artikel für die Internet-Plattform „Klimaretter“. Quecksilber schädigt die Embryonalentwicklung sowie das Nerven- und Kreislaufsystem.WissenschafterInnen deutscher, russischer und isländischer Forschungsinstitute würden von einem dramatischen Rückgang im Bestand der Polarfüchse berichten, informiert Wolff. „In ihrer gemeinsamen Publikation im Wissenschaftsjournal Plos One nennen sie die Nahrung der Tiere – Vögel, Nagetiere, Kadaver – als Ursache.“ („Correlates between Feeding Ecology and Mercury Levels in Historical and Modern Arctic Foxes“; Bocharova N, Treu G, Czirják GÁ, Krone O, Stefanski V, et al.)
Die Quecksilberbelastung der Polarfüchse sei „entscheidend davon abhängig, ob sie eher in küstennahen Regionen oder im Landesinneren leben. Untersuchungen zeigten die höchsten Quecksilberkonzentrationen bei den in Küstennähe oder auf Inseln heimischen Füchsen. Die Ursache: Ihre dortigen Beutetiere ernähren sich vorwiegend aus dem Meer. Und im Meer der Arktis nimmt die Quecksilberbelastung stetig zu.“
Schon vor zwei Jahren hätte die AMAP, eine Arbeitsgruppe des Arktischen Rates, über dieses Problem berichtet, informiert Reinhard Wolff. Im Körpergewebe eines Fünftels der untersuchten Robben, Eisbären, Wale und anderen in der Arktis heimischen Arten seien damals stark erhöhte Konzentrationen des Giftes gemessen worden.
„Dessen Quelle sind zwar auch aktuelle Quecksilberemissionen – jährlich werden noch immer rund 2.000 Tonnen in die Atmosphäre freigesetzt. Vor allem aber sind es Altlasten. Aus den Schornsteinen der Kohlekraftwerke der Nordhalbkugel gelangten seit Beginn der Industrialisierung quecksilberhaltige Emissionen über Niederschläge in die Nordpolarregion, wo sie sich teilweise im Eis und in den Böden ablagerten, um nun wegen der nun steigenden Temperaturen wieder frei zu werden. Die Folge: In den Körpern der Tiere, die dort die Spitze der Nahrungskette bilden, stieg die Quecksilberbelastung um das Zehnfache.“
Klimaretter: Kohlekraftwerke vergiften Polarfüchse
Plos One Artikel