Klimawissenschafter entdecken neue Schwachstelle des antarktischen Eisschildes
Klima & Energie
Eine spektakuläre Kettenreaktion, bedingt durch die Klimaerwärmung, prognostizieren Wissenschafter der deutschen Helmholtz Gesellschaft für die Antarktis: Auslöser für die Kettenreaktion seien die steigenden Lufttemperaturen über dem südöstlichen Weddellmeer. Das derzeit noch „solide“ Meereis wird „in wenigen Jahrzehnten dünner und brüchiger und damit mobiler“ werden, sagt Franz Kauker, einer der Studienautoren.Das würde dazu führen, dass sich grundlegende Transportprozesse der Eismassen im Weddellmeer verändern würden. Warmes Wasser würde dann in das Meer gelangen und das Schelfeis von unten wärmen. Bis jetzt wurde angenommen, dass die Wassermassen des Weddelmeeres – im Gegensatz zum Amundsenmeer – kalt genug seien, um dem Schelfeis nichts anhaben zu können, berichten die Wissenschafter. Diese Annahme wurde jetzt durch die Studienergebnisse widerlegt.
Die Autoren untersuchten auch, welchen Einfluss so eine „Megaschmelze“ auf das dahinter gelagerte Inlandeis haben würde: „Schelfeise sind für das nachgelagerte Inlandeis wie ein Korken in der Flasche. Sie bremsen die Eisströme, weil sie in den Buchten überall anecken und zum Beispiel auf Inseln aufliegen. Schmelzen jedoch die Schelfeise von unten, werden sie so dünn, dass die bremsenden Flächen immer geringer werden und sich das dahinterliegende Eis in Bewegung setzt“, beschreibt Studienautor Hartmut Hellmer die befürchtete Kettenreaktion.
Die Studienergebnisse wurden vor kurzem in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht, der Zugriff auf den Volltext des Artikels ist kostenpflichtig.
Helmholtz Gesellschaft Pressemitteilung
Nature: Volltext des Artikels (kostenpflichtig)