Kohlereport fordert zügigen Ausstieg von Deutschland
23. Aug 18
Der WWF Deutschland und das Ökostrom-Unternehmen Lichtblick haben am Mittwoch ihren „Kohlereport“ präsentiert. Dieser zeigt, dass ein zügiger Ausstieg Deutschlands aus der Kohleverstromung ohne Nachteile für die Versorgungssicherheit machbar und klimapolitisch dringend notwendig ist.
Am selben Tag hatte sich der der Branchenverband der traditionellen Energiewirtschaft (BDEW) zu Wort gemeldet und einen "Trend des Abbaus von Kohlekapazitäten sowie von Kernenergie" festgestellt. Laut BDEW müsse Versorgungssicherheit ein zentraler Punkt in der momentan tagenden Kohle-Kommission sein. Die Nachbarn allein könnten es nicht richten. "Wir haben auch eine nationale Verantwortung", meint BDEW-Geschäftsführer Stefan Kapferer. Der Verband sprach sich damit skeptisch gegenüber einer hohen Versorgungssicherheit in einem System mit mehr erneuerbaren Energien aus.
Der Kohlereport von WWF und Lichtblick zeichnet mit Fakten belegt ein anderes Bild. So hätten sich Prognosen, wonach größere Anteile von Wind- und Solarstrom zu immer mehr Stromunterbrechungen führten, bisher nicht bestätigt. Im Gegenteil: In Deutschland hat sich die Dauer von ungeplanten Stromausfällen mit dem Ausbau der Erneuerbaren bisher sogar reduziert. Auch im EU-Ausland kann der Report keinen Hinweis darauf finden, dass mit steigendem Anteil des Ökostroms die Versorgungssicherheit abnimmt.
Klimareporter: Europa: Kohle-Ausstieg mit Sicherheit