EU-Kommissarin Roswall führt hochrangige Gespräche über PFAS

EU-Kommissarin Jessika Roswall führte am 15. Juni einen hochrangigen Dialog mit über 20 Interessengruppen aus allen Bereichen der Gesellschaft, um die dringenden Herausforderungen im Zusammenhang mit der PFAS-Belastung (Per- und Polyfluoralkylsubstanzen) zu erörtern. Die im Aktionsplan für die chemische Industrie angekündigten Gespräche brachten ein breites Spektrum an Perspektiven zusammen, darunter Nichtregierungsorganisationen, betroffene Gemeinden, Forscher:innen, Betreiber:innen von Wasser- und Abfallbehandlungsanlagen, PFAS-Hersteller:innen und -Anwender:innen sowie Anwender:innen von PFAS-Alternativen. Die Diskussionen deckten das gesamte Spektrum der Herausforderungen im Zusammenhang mit der PFAS-Belastung ab – von den Quellen und den Auswirkungen auf die Umweltgesundheit bis hin zur Überwachung, zu Sanierungsmaßnahmen und zu den Innovationen, die erforderlich sind, um „ewige Chemikalien“ zu ersetzen und aus dem Verkehr zu ziehen.

Regulierungsmaßnahmen

Im Aktionsplan für die chemische Industrie, der im Juli 2025 verabschiedet wurde, wurde eine Reihe von Maßnahmen festgelegt. Derzeit wird an einer künftigen allgemeinen PFAS-Beschränkung gearbeitet. Sobald die Europäische Chemikalienagentur bis Ende 2026 ihre abschließende wissenschaftliche Bewertung vorgelegt hat, wird die Kommission einen Beschränkungsvorschlag vorlegen, der darauf abzielt, die PFAS-Emissionen zu minimieren. Die Kommission wird zudem ein Verbot von PFAS in Konsumgütern in Betracht ziehen. Für industrielle Anwendungen kann die weitere Verwendung für kritische Verwendungszwecke, für die noch keine geeigneten Alternativen zur Verfügung stehen, gestattet werden, jedoch nur unter strengen Auflagen und bis zur Entwicklung akzeptabler Ersatzstoffe.

Innovation, Substitution und Sanierung

Die Arbeit der Kommission beschränkt sich nicht auf die Regulierung. Im März 2026 wurden die EU-Innovations- und Substitutionszentren ins Leben gerufen. Diese Zentren werden die Ermittlung von Alternativen zu PFAS unterstützen und dazu beitragen, die Entwicklung sicherer und nachhaltigerer Lösungen zu beschleunigen. Neben den Bemühungen zur Verringerung der PFAS-Verschmutzungsquellen ist auch die Zusammenarbeit bei der Sanierung bereits kontaminierter Standorte eine Priorität im Rahmen des Verursacherprinzips, wobei öffentliche Mittel für die Sanierung von „verwaisten“ Standorten bereitgestellt werden, für die kein Verantwortlicher ausgemacht werden konnte. Die Kommission unternimmt vorbereitende Schritte für eine mögliche öffentlich-private Initiative zur Förderung von Technologien zur PFAS-Erkennung und -Sanierung.

Nächste Schritte

Die Kommission entwickelt derzeit einen EU-weiten Rahmen für die PFAS-Überwachung, um Informationen zu bündeln, Verschmutzungs-Hotspots zu identifizieren, erfolgreiche Sanierungsmaßnahmen hervorzuheben und Daten aus den einschlägigen Rechtsvorschriften zu sammeln. Zusammen werden diese Maßnahmen Regulierungsbehörden, Bürger:innen und Unternehmen klarere Informationen und wirksamere Instrumente zur Bekämpfung der PFAS-Belastung an die Hand geben.

Commissioner Roswall holds high-level dialogue on PFAS-related pollution challenges