Kommission legt Vorschläge gegen Importe illegalen Holzes vor

Natur & Biodiversität

In der EU stammen rund 20 % des importieren Holzes aus illegalen oder fragwürdigen Quellen. In einem Verordnungsvorschlag vom 17.10.2008 schlägt die Europäische Kommission vor, Importeure sollten verpflichtet wären zu prüfen, dass das Holz in Übereinstimmung mit den Gesetzen des Herkunftslandes gefällt wurde. Außerdem soll das Risiko abgeschätzt werden müssen, dass das Holz aus illegalen Quellen stammt.
Dazu könnten Importeure ein eigenes Prüfsystem errichten oder einer bereits etablierten Organisation zum Monitoring von Holzeinschlag beitreten. Holz aus Staaten, die mit der EU ein so genanntes FLEGT-Abkommen gegen illegalen Holzeinschlag abgeschlossen haben, wäre von diesen Anforderungen ausgenommen. Bisher hat aber erst Ghana ein derartiges Abkommen mit der EU abgeschlossen.
Für Händler, die diese Bestimmungen nicht einhalten, sollen die EU-Mitgliedstaaten adäquate Strafen einführen müssen.

Umweltorganisationen reagierten sehr kritisch auf den Vorschlag, viele hatten auf ein Importverbot für illegal geschlägertes Holz gehofft. Friends of the Earth nennt den Vorschlag zahnlos, er werde kaum den dringend notwendigen Beitrag zur Verringerung der Abholzungsrate leisten.

Der Vorschlag unterliegt dem Mitentscheidungsverfahren, er wird nun also im Rat und vom Europäischen Parlament bearbeitet werden.

Pressemeldung IP/08/1543 Kommission
Verordnungsvorschlag COM(2008)644 (pdf 137kb)
Pressemeldung WWF (en)
Pressemeldung Friends of the Earth (en)