Konsequente Ausstieg aus Öl und Gas sowie eine starke Kreislaufwirtschaft

„Klimapolitik ist Sicherheitspolitik“, sagt Christoph Bals, Politik-Vorstand von Germanwatch. „Runter mit Öl und Gas, damit wir nicht weiter von Russland oder den USA erpressbar sind. Vorwärts mit einer konsequenten Kreislaufwirtschaft, damit wir uns keine neuen Abhängigkeiten schaffen.“ Auch sicherheitspolitische Gremien – darunter der neue Nationale Sicherheitsrat – müssten die Klimakrise systematisch als zentrales Thema integrieren.

Klimakrise als Risikomultiplikator

Nach Einschätzung von Germanwatch ist die Klimakrise längst mehr als eine Umweltfrage. „In einer Welt wachsender geopolitischer Spannungen wirkt sie als zentraler Risikomultiplikator – für menschliche Sicherheit, geopolitische Stabilität und wirtschaftliche Resilienz“, erklärt Laura Schäfer, Bereichsleiterin für internationale Klimapolitik bei German Watch. Extremwetterereignisse wie Stürme, Dürren und Hitzewellen gefährdeten Lebensgrundlagen und beschädigten kritische Infrastrukturen. Gleichzeitig verschärften sie Ressourcenkonflikte, etwa um Wasser und landwirtschaftliche Flächen. Hinzu komme der globale Wettlauf um grüne Technologien und kritische Rohstoffe. Neue Energieabhängigkeiten und technologische Machtverschiebungen veränderten geopolitische Gleichgewichte und schüfen neue Konfliktlinien. „Wer heute Sicherheit schaffen will, muss Energie-, Wirtschafts- und Klimasicherheit zusammendenken“, so Schäfer. Dauerhafte Stabilität sei nur durch einen raschen und sozial gerechten Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas sowie durch wirksame Klimaanpassung zu erreichen.

Erneuerbare als Friedensprojekt

Ein Schlüssel liege in der beschleunigten Energiewende. „Energieabhängigkeiten werden zunehmend als geopolitische Waffe eingesetzt“, betont Bals. „Erneuerbare Energien sind echte Friedensstifter.“ Eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft könne nicht nur Umweltbelastungen senken, sondern auch Lieferketten sichern und Europas wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken. Grüne Handels- und Energiekorridore böten die Chance, neue Formen partnerschaftlicher Zusammenarbeit aufzubauen.

EU soll Vorreiterallianzen schmieden

Germanwatch fordert die EU auf, strategische Allianzen mit Staaten zu schließen, die heute noch stark von Öl- und Gasexporten abhängig sind, aber den Übergang zu klimafreundlichen Wirtschaftsmodellen anstreben. Ebenso wichtig seien Partnerschaften mit Ländern, die ihre Resilienz gegenüber Klimafolgen stärken müssten.

German Watch Presseaussendung, 12.02.2026