Kroatische Bevölkerung gegen OMV-Ölbohrpläne
Energie
Die Verträge für Ölbohrungen in der Adria zwischen der kroatischen Regierung und mehreren Ölkonzernen, darunter auch das österreichische Unternehmen OMV, sollen bereits Ende Juli 2015 unterzeichnet werden. Das berichtet Greenpeace in einer Pressemitteilung.Nach Angaben der Umweltschutzorganisation würden sich in einer aktuellen Umfrage mehr als 50 Prozent der kroatischen Bevölkerung gegen die Ölbohrpläne aussprechen. Die Umfrage wurde vom kroatischen Institut für Sozialwissenschaften zwischen März und Mai 2015 durchgeführt. Auch in Österreich sprechen sich immer mehr Menschen für den Schutz einer ihrer beliebtesten Urlaubsregionen aus. Bereits über 21.000 ÖsterreicherInnen fordern in einer Greenpeace-Petition den neuen Generaldirektor der OMV, Rainer Seele, dazu auf, die Verträge mit der kroatischen Regierung nicht zu unterschreiben und die Ölbohrpläne fallen zu lassen.
Zu Jahresbeginn 2015 hatte sich die OMV sieben der insgesamt zehn vergebenen Lizenzen für Ölfördergebiete in der Adria gesichert, einige davon in unmittelbarer Nähe von Nationalparks und vor der historischen Stadt Dubrovnik. Trotz der Lizenzvergabe wurden die Verträge bislang noch nicht unterschrieben. Erst danach darf die OMV seismische Untersuchungen durchführen und mit der Ölförderung beginnen. Geplant war die Vertragsunterzeichnung bereits für Anfang April. Das Datum wurde jedoch verschoben, da benachbarte Staaten wie Italien und Slowenien Bedenken gegen mögliche grenzüberschreitende Umweltauswirkungen äußerten.