Lebensmittelspekulationen: Banken profitieren während Menschen verhungern
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
Markt-Spekulationen mit Lebensmitteln sind mit Schuld an steigenden Preisen.Der wachsende Preisanstieg bei Lebensmitteln bereitet den PolitikerInnen vieler Läner mittlerweile immer mehr Sorgen, das Thema stand auch beim EU-Ministerrat für Landwirtschaft am 24. Jänner auf der Tagesordnung.
Vor allem die Spekulationen auf den internationalen Terminbörsen werden kritisiert, da diese als eine der Hauptursachen für die Preissteigerungen angesehen werden. Im Gegensatz zu den Preissteigerungen des Jahres 2008, die unter anderem durch ruinierte Ernten ausgelöst wurden, gäbe es für die jetzigen Preisanstiege keinen echten Grund, schreibt die britische Tageszeitung „Guardian“ in einem Artikel zu diesem Thema.
Der Handel mit Lebensmitteln war bis in die 90er Jahre streng reguliert, nach intensivem Lobbying durch Banken, Hedgefonds und die Lebensmittelindustrie wurde der Markt jedoch de-reguliert. Auf den internationalen Terminbörsen kann seitdem mit Lebensmitteln spekuliert werden. Das Resultat: „Menschen verhungern, während die Banken durch Preisspekulationen enorme Profite verzeichnen“, so Deborah Doane, Direktorin des World Development Movements in einem Interview mit dem „Guardian“.
Letztes Jahr kaufte zum Beispiel der Hedgefond Armarjaro 240.000 Tonnen Kakao, mehr als 7% der weltweiten Reserven, was dazu führte, dass Kakao zu Höchstpreisen gehandelt wurde. Auch die Preise für Kaffee wurden von Hedgefonds künstlich innerhalb von nur drei Tagen um 20% in die Höhe getrieben.
Guardian: Food speculation: „People die from hunger while banks make a killing on food.“