Lobbying – Zeichen einer funktionierenden Demokratie?

Michael Fleischhacker, Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“, sieht im Lobbyismus einen wesentlichen Teil der Demokratie.
„Das Vorhandensein einer lebhaften, von Wettbewerb dominierten Lobbying-Szene kann als Zeichen einer lebendigen Demokratie gesehen werden“, meinte Michael Fleischhacker, Chefredakteur der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“ am Lobbying & Public Affairs-Kongress Ende April 2010 in Wien.

Privatwirtschaftliche Lobbying-Unternehmen im Zusammenspiel mit Lobbying-Strukturen von Nicht-Regierungsorganisationen sind demnach ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Zivilgesellschaft. Das Nicht-Vorhandensein eines Lobbying-Marktes hingegen ist in der Regel ein Zeichen totalitärer Verhältnisse: Dort, wo der Staat davon ausgeht, dass er mit seinen Organisationsstrukturen die Gesellschaft und ihre Interessen in ihrer Gesamtheit erfasst, wird der Raum für zivilgesellschaftliches Engagement eng.

Im öffentlichen Bewusstsein der ÖsterreicherInnen wird Lobbyismus noch immer meist mit Vorgängen am Rande der Kriminalität assoziiert. Diese Bild zurechtzurücken sei Aufgabe der Medien, so Fleischhacker weiter.

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