Mehr als 100 schwere Unfälle auf Öl- und Gasplattformen in der Nordsee in 2009 und 2010
Klima & Energie
Bisher unveröffentlichte Dokumente beweisen schwere Sicherheitsmängel auf Plattformen der Öl- und Gaskonzerne.Durchschnittlich einmal pro Woche passieren auf den Plattformen in der Nordsee so schwere Unfälle, dass Öl und Gas austritt, berichtet die britische Tageszeitung „Guardian“ in einem Artikel über die Sicherheitsmängel auf den Plattformen der Rohstoffkonzerne.
Die Journalisten des „Guardian“ beziehen sich auf Dokumente, deren Freigabe sie ihm Rahmen des britischen „Freedom of Information“ - Gesetzes von der Regierung erzwungen haben. Die Unfälle wurden zum Großteil der Öffentlichkeit verschwiegen.
Die Öl- und Gaskonzerne sind an sich verpflichtet, Unfälle und Sicherheitsmängel zu melden, in den letzten zwei Jahren wurden mehr als Hundert Unfälle, die als „major“ oder „significant“ eingestuft wurden, registriert. UmweltschützerInnen kritisieren, dass lange nicht alle Unfälle gemeldet werden, da der Druck auf die Mitarbeiter der Plattformen sehr hoch ist, keine Unterbrechungen der Rohstoffförderungen zuzulassen.
Die meisten Unfälle, bei denen Öl oder Gas in die Umwelt austrat, kamen von Plattformen der Konzerne Shell und Total. Auch eine Förderplattform des Konzerns BP ist unter den Umweltsündern, insgesamt vier Mal sei von der Plattform „Mungo Etap“ in den letzten zwei Jahren Öl in die Nordsee ausgetreten, berichtet der „Guardian“. Die Explosion der BP-Plattform „Deepwater Horizon“ im letzten Frühjahr im Golf von Mexico ist für die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA verantwortlich.
Guardian: Oil and gas spills in North Sea every week, papers reveal (en)