Merkel gegen höhere EU-Klimaziele

30. Aug 18 

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete. Er hatte sich letzte Woche für eine Erhöhung der Klimaziele der EU ausgesprochen. So soll der CO2-Ausstoß der Union bis 2030 um 45 Prozent statt wie bisher geplant um nur 40 Prozent gesenkt werden. Nun sprach sich die deutsche Kanzlerin gegen die Pläne aus. "Im Augenblick über diese neuen Vorschläge nicht so glücklich", sagte sie im ARD-Sommerinterview.

Kommissar Arias Cañete sieht keine besondere Verschärfung hinter seinem Vorschlag. Denn mit den beschlossenen Erhöhungen der Ziele im Bereich des Ausbaus erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz würden diese praktisch von selbst erreicht werden. Er will noch im Oktober einen offiziellen Beschluss der EU-Staaten dazu erreichen.

Angela Merkel sah dies im ARD-Interview anders. Laut ihrer Einschätzung würden viele EU-Mitgliedstaaten schon die bisherigen Ziele nicht schaffen. "Ich finde, wir müssen erstmal die Ziele einhalten, die wir uns gesetzt haben“, so Merkel.

Nach diesen Aussagen hagelte es Kritik gegen die deutsche Kanzlerin. Hans-Josef Fell von der Energy Watch Group sagte, Kanzlerin Merkel habe "alle Hoffnungen zerstört, endlich einen Weg einzuschlagen, der Deutschland wieder in die Reihe der Länder stellt, die Klimaschutz ernst nehmen". Lisa Badum, Klimaexpertin der Grünen im deutschen Bundestag, sprach von einem "durchsichtigen Manöver". Laut ihr versuche die Kanzlerin, sich hinter anderen EU-Staaten zu verstecken, die die Ziele angeblich nicht schaffen würden.

Klimareporter: Merkel gegen höhere EU-Klimaziele