Ministerinnen fordern Kriterien für endokrine Disruptoren

Chemie & Nanotechnologie

Noch immer hat die EU keine wissenschaftlichen Kriterien festgelegt, um die endokrine Wirksamkeit von Bioziden bestimmen zu können. In einem Brief an EU-Umweltkommissar Janez Potočnik zeigten sich die Umweltministerinnen von Dänemark und Schweden deshalb besorgt und forderten klare Kriterien ein.

Sogenannte endokrine Disruptoren (EDC) sind Stoffe, die das Hormonsystem von Menschen und Tieren beeinträchtigen. Im Rahmen der neuen EU-Biozidverordnung muss die Kommission bis zum 13. Dezember entsprechende Bewertungskriterien beschließen. Diese Frist kann aber wohl nicht eingehalten werden, erst soll es nämlich noch eine öffentliche Konsultation geben.

Die Umweltministerinnen aus Dänemark und Schweden kritisierten in ihrem Brief, dass die Kommission in dieser Konsultation vor allem auch sozio-ökonomische Kriterien erfragen möchte. Statt in der Kriterienfindung nun auch noch wirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen, solle die Kommission auf die Anfang des Jahres von wissenschaftlichen ExpertInnen nationaler Behörden erarbeiteten EDC-Charakteristika zurückgreifen, schrieben die Ministerinnen.

Die internationale NGO ChemSec, die den Brief jetzt veröffentlichte, begrüßte die Initiative von Schweden und Dänemark. „Die Kommission scheint lieber auf die Argumente der Chemiekonzerne zu hören. Kosten der Industrie sind ihr wohl wichtiger als wissenschaftlich definierte Anforderungen zum Schutz der BürgerInnen vor gefährlichen EDC“, erklärte ChemSec-Expertin Frida Hök. [Quelle: DNR]

Quelle: Website DNR
Brief an EU-Umweltkommissar Janez Potočnik