Mit scharfem Pfeffer gegen Paprikapatent

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Agrar-, Erzeuger-, Umwelt- und Entwicklungsverbände aus 26 Ländern haben am 3. Februar 2014 beim Europäischen Patentamt (EPA) in München Einspruch gegen ein Patent auf Paprika der Firma Syngenta eingereicht. Das Patent sichert dem Schweizer Unternehmen die Rechte auf Paprika, die gegen weiße Fliegen resistent sind.

Das Patent gilt in vielen europäischen Ländern und hat zur Folge, dass andere Züchter diese Pflanzen nicht mehr frei zur eigenen Zucht verwenden dürfen. Da diese spezifische Resistenz aus einer wilden Paprikasorte, die auf Jamaika wächst, in eine kommerzielle Paprika eingekreuzt wurde, handelt es sich aus Sicht der Organisationen, die Einspruch erheben, nicht um eine Erfindung von Syngenta. Der Konzern habe die Insektenresistenz lediglich von einer natürlichen Pflanze kopiert. 

Bei der Übergabe des Einspruchs in München überreichten die Patentgegner neben ihren scharfen Argumenten auch eine gepfefferte Paprikasuppe.

"Nie zuvor hat eine so breit gefächerte Koalition mit einem Einspruch gegen die Privatisierung natürlicher Ressourcen protestiert. Patente auf Pflanzen, die auf konventioneller Züchtung beruhen, sind nicht nur ethisch fragwürdig, sie verstärken auch die Konzentration im Saatgutmarkt, behindern Innovationen und sind somit ein Risiko für unsere Ernährungssicherheit“, sagte Christoph Then von „Keine Patente auf Saatgut!“.



Im Mai 2012 hatte das EU-Parlament eine Resolution verabschiedet, in der das EPA aufgefordert wird, Produkte aus konventioneller Züchtung nicht mehr zu patentieren. Bis jetzt ignorierte das Patentamt diesen Appell. Die Kritiker der Patentvergabe fordern, 
dass Pflanzen und Tiere künftig generell von Patentierungen ausgeschlossen werden müssen. Der Widerruf des Paprikapatents wäre aus ihrer Sicht dazu ein wichtiger Schritt. [Quelle, DNR]

Quelle, DNR: Mit scharfem Pfeffer gegen Paprikapatent
Eklärung von Bern zum Paprikapatent
No patents on seeds