Mitteleuropäische Biomassekonferenz: Grazer Deklaration unterzeichnet
Vom 18. bis zum 20. Jänner fand in Graz die 5. Mitteleuropäische Biomassekonferenz statt. Mit 200 Vorträgen internationaler ExpertInnen, sechs Exkursionen, Themenfachtagen über Pellets, Biogas und internationale Bioenergiemärkte, Workshops der internationalen Energieagentur sowie weiteren Punkten bot sich ein vielfältiges Programm. In diesem Rahmen unterzeichneten acht Biomasseverbände auch eine gemeinsame Deklaration mit ihren Forderungen an die Politik.
Die „Grazer Deklaration“ wurde vom Weltbiomasseverband, dem Europäischen Biomasseverband sowie den nationalen Verbänden aus Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Kroatien und Serbien unterzeichnet. Die darin festgeschriebenen Schlüsselforderungen an die EU-Energiepolitik sind eine Halbierung des fossilen Energieverbrauchs in der EU bis 2030, ein Ausstieg aus der fossilen Stromerzeugung, die Forcierung aller erneuerbaren Energieträger und eine Verdoppelung des Bioenergieeinsatzes.
Das EU-Umweltbüro brachte sich im Rahmen der Konferenz unter anderem in den Workshop „Eine Bioökonomie-Strategie für Österreich: Welche Rolle spielt die Zivilgesellschaft?“ ein. EU-Umweltbüro-Leiter Bernhard Zlanabitnig hielt darin fest, dass die Bioökonomie immer ein Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie sein müsse. Die nachhaltige Nutzung der Ökosysteme müsse auch im Rahmen der Bioökonomie gewährleistet sein. Explizit verwies er auf den notwendigen Schutz von Ökosystemleistungen (bspw. des Waldes) im Kontext der für die Bioökonomie erforderlichen Produktion von Biomasse.
Über das EU-Umweltbüro brächten sich Naturschutzverbände regelmäßig in politische Diskussionen auf EU-Ebene ein. Voraussetzung dafür sei jedoch immer eine ausreichende Finanzierung. Bioökonomie kommt eine wichtige volks- und betriebswirtschaftliche Bedeutung zu, die einen wichtigen Beitrag zur Erreichung zentraler gesellschaftlicher Herausforderungen, insbesondere Klima- und Umweltschutzziele leisten kann.