Montenegro zögert beim Schutz der Saline Ulcinj
Natur & Biodiversität
Die Naturschutzorganisation EuroNatur hat der Regierung Montenegros Untätigkeit beim Schutz der Saline Ulcinj vorgeworfen. Die Regierung hätte bereits 2015 zugesagt, die Saline unter Schutz zu stellen, kritisiert EuroNatur.Die Saline ist eine Art Drehkreuz des internationalen Vogelzugs an der Adria-Ostküste, und auch als Brutgebiet von internationaler Bedeutung. Das Gebiet ist durch den Massentourismus gefährdet.
Hauptgrund für den Konflikt sind die ungeklärten Besitzverhältnisse der Saline. In den öffentlich zugänglichen Unterlagen des Katasters Ulcinj wird sie als Staatseigentum geführt. Das Gebiet gehört jedoch zur ehemaligen Staatsfirma „Bajo Sekulic“, die 2005 privatisiert wurde. Der neue Eigentümer des Unternehmens, die Firma Eurofonds, reklamiert den Anspruch auf Grund und Boden. Auch das Ministerium für Nachhaltige Entwicklung und Tourismus bezeichnet die Saline Ulcinj im aktuellen Entwurf des Raumplans für die Küstenregion als Privateigentum. Der Raumplan wurde im Februar 2016 vorgestellt und sieht die massive Verbauung des Gebiets für den Massentourismus vor.
Die montenegrische Nichtregierungsorganisation MANS, die gegen Korruption und organisiertes Verbrechen kämpft, hat jetzt Strafanzeige gegen den derzeitigen Besitzer von Eurofonds, Veselin Barovic, gestellt. Ihm und neun weiteren Personen wird vorgeworfen, insgesamt sieben Hypotheken zulasten der Saline aufgenommen zu haben. (ih, Quelle, DNR)
Quelle, DNR: Montenegro zögert beim Schutz der Saline Ulcinj
EuroNatur Pressemitteilung