NABU: Mehr EU-Geld zur Rettung der Artenvielfalt nötig

1. März 18

UmweltschützerInnen demonstrierten zum Auftakt der Verhandlungen zum künftigen EU-Haushalt für mehr Geld zur Rettung der Artenvielfalt. In Anspielung an den Film „Das Schweigen der Lämmer“ stellten sie in Brüssel das „Familienfoto“ der EU-RegierungschefInnen nach – den SpitzenpolitikerInnen lag dabei je ein Schmetterling über dem Mund. Hinter der Aktion stehen mehr als 130 Organisationen aus der ganzen EU – darunter auch BirdLife Österreich. Sie alle fordern ihre jeweiligen Regierungen auf, künftig konkrete Maßnahmen zum Schutz der Natur – wie sie beispielsweise von LandwirtInnen durchgeführt werden können – deutlich besser zu fördern.

Europa verliert in dramatischem Tempo Arten. Dieser Verlust hat mindestens so schwerwiegende Folgen wie der Klimawandel. Das Insektensterben etwa beeinflusst die gesamte Nahrungskette, inklusive unserer Ernährung. Doch die Regierungen und die EU-Kommission ignorieren dieses Problem bislang. Das ist grob fahrlässig.

Da der Naturschutz wesentlich von EU-Förderungen abhängt, fordert der Naturschutzbund e.V. (NABU), diese im kommenden EU-Haushalt grundlegend neu zu regeln. Bislang stehe nicht nur zu wenig Geld zur Verfügung, die vorhandenen Mittel kämen oft auch nicht dort an, wo sie am meisten für die Natur bewirken würden. Dies bestätige auch der Europäische Rechnungshof.

Zudem sollen die EU-Gelder im nächsten Haushalt in einem neuen EU-Naturschutzfonds gebündelt werden. Dieser solle jährlich 15 Milliarden Euro umfassen und insbesondere LandwirtInnen ein verlässliches und einfach zu beantragendes zusätzliches Einkommen ermöglichen, wenn sie Maßnahmen zum Schutz der Natur ergreifen. Mit diesem neuen Naturschutzfonds könne die EU wesentlich mehr für die Umwelt, für LandwirtInnen und die gesamte Gesellschaft erreichen als durch das sogenannte ‘Greening‘ der europäischen Agrarpolitik. Mit 12 Milliarden Euro pro Jahr sei dieses nicht nur ein bürokratisches Monster geworden, es habe auch nachweislich kaum Effekte für die Natur.

Allen RegierungschefInnen müsse klar sein: Naturschutz ist eine verpflichtende Aufgabe für die Zukunft Europas. Jeder Euro, der hier gut investiert wird, rentiert sich in mehrfacher Hinsicht – etwa durch kostenlose Bestäubungsleistungen der Insekten oder sauberes Trinkwasser. Jedes Jahr jedoch, das tatenlos verstreicht, macht die Rechnung für Wirtschaft und Gesellschaft ungleich teurer.

 

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