Nahrungsmittel-Spekulationen: Kritik an Deutscher Bank und Allianz Versicherung
Nachhaltigkeit & Wirtschaft (Greenjobs)
„Deutsche Bank und Allianz haben entschieden, die spekulativen Geschäfte mit Agrarrohstoffen fortzusetzen. Die international agierenden Finanzinstitute behaupten, es bestünde kein Zusammenhang zwischen Investitionen an Agrarterminbörsen und dem weltweiten Hunger“, kritisiert die deutsche Hilfsorganisation Oxfam in einer Pressemitteilung.Zahlreiche Untersuchungen würden belegen, so Oxfam, dass bestimmte spekulative Rohstoffderivate mit hoher Wahrscheinlichkeit eine negative Wirkung auf die Preisstabilität und das ordentliche Funktionieren der Agrar-Terminbörsen haben.
Auch ExpertInnen sind dieser Ansicht, so zum Beispiel der UN-Berichterstatter für das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, und der Chefvolkswirt der UNCTAD (UN-Organisation für Handel und Entwicklung), Heiner Flassbeck.
Oxfam analysierte im Mai 2012 in einer Studie die milliardenschweren Fonds der beiden Geldinstitute und die von ihnen ausgehende Gefahr für die Stabilität der Nahrungsmittelpreise und damit die Verstärkung des Hungerrisikos für in Armut lebende Menschen.
Verschiedene andere deutsche Geldinstitute hätten im vergangenen Jahr Fonds mit Grundnahrungsmitteln aus ihrem Angebot gestrichen, berichtet Oxfam. Die Deutsche Bank und die Allianz Versicherung wollen aber weiterhin Investitionen in spekulative Agrarrohstofffonds anbieten.
„Damit bestehen Allianz und Deutsche Bank auf dem Geschäft mit dem Hunger. Mit mehr als zehn Milliarden Euro, die sie in spekulativen Rohstofffonds verwalten, gehören sie zu den weltweit Größten in der Branche. Beide verweisen in ihrer Argumentation immer auf das Interesse der Kunden – also der Investoren – und verschweigen geflissentlich ihr finanzielles Eigeninteresse“, kritisiert Oxfam.