Naturschutz in Europa: Mehr Ehrgeiz für das Biodiversitätsziel für 2020

Natur & Biodiversität

Die Halbzeitbewertung der Biodiversitätsstrategie der EU zeigt in vielen Bereichen Fortschritte, aber auch, dass größere Anstrengungen seitens der Mitgliedstaaten erforderlich sind, um den Verlust der biologischen Vielfalt bis 2020 aufzuhalten.

Die Halbzeitbewertung der Biodiversitätsstrategie der EU soll Aufschluss darüber geben, ob die EU auf Kurs ist, das Ziel der Eindämmung des Verlustes an biologischer Vielfalt bis 2020 zu erreichen. Die Bewertungsergebnisse zeigen, dass in vielen Bereichen Fortschritte erzielt wurden, sie verdeutlichen aber auch, dass die Mitgliedstaaten sehr viel mehr tun müssen, um ihre Zusagen zu erfüllen. Die Fähigkeit der Natur, Luft und Wasser zu reinigen, Kulturpflanzen zu bestäuben und die Auswirkungen von Katastrophen wie Hochwasser in Grenzen zu halten, ist gefährdet, was Gesellschaft und Wirtschaft unvorhergesehene hohe Kosten verursachen kann.

Eine EU-weite Meinungsumfrage, deren Ergebnisse am 2. Oktober 2015 veröffentlicht wurden, bestätigt, dass die meisten EuropäerInnen die Auswirkungen des Biodiversitätsverlustes mit Sorge betrachten und erkennen, welche negativen Folgen dies für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Menschen und letztendlich auch für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung der Länder haben kann.

Die EU hat eine Strategie angenommen, um den Rückgang der biologischen Vielfalt bis 2020 aufzuhalten. Die aktuelle Halbzeitbewertung dieser Strategie zeigt, dass an der Basis noch viel mehr getan werden muss, um die politischen Theorien der EU in die Tat umzusetzen.

Unter anderem muss das Naturschutzrecht der EU von den Mitgliedstaaten besser umgesetzt werden. Mehr als drei Viertel der wichtigen natürlichen Lebensräume in der EU befinden sich zurzeit in einem ungünstigen Zustand, und viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Der Erfolg von Maßnahmen zur Eindämmung des Verlustes an biologischer Vielfalt wird auch davon abhängen, wie wirksam deren Anliegen in den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, regionale Entwicklung und Handel Rechnung getragen wird. Die reformierte Gemeinsame Agrarpolitik bietet Möglichkeiten, diese Anliegen stärker zu berücksichtigen, der Erfolg der GAP wird jedoch davon abhängen, inwieweit die Mitgliedstaaten die entsprechenden Maßnahmen auf nationaler Ebene umsetzen.

Die Kommission unterzieht die Vogelschutz- und die Habitat-Richtlinie der EU derzeit einem Fitness-Check, um festzustellen, ob die darin festgeschriebenen wichtigen Ziele so effizient wie möglich realisiert werden.

Die Veröffentlichung dieser Halbzeitbewertung fällt zeitlich mit einer Eurobarometer-Umfrage zusammen, welche die Bedenken der EuropäerInnen hinsichtlich der aktuellen Entwicklungstendenzen bei der biologischen Vielfalt aufzeigt. Mindestens drei Viertel der EuropäerInnen sind der Ansicht, dass Tiere, Pflanzen und Ökosysteme auf nationaler, europäischer und globaler Ebene ernsthaft bedroht sind, und über die Hälfte denkt, dass der Verlust an biologischer Vielfalt sie persönlich betreffen wird.

EU-Kommission Pressemitteilung