Naturschutz-Ranking: Armutszeugnis für Österreich

13. Nov 20

Der kürzlich von der Europäischen Umweltagentur (EEA) veröffentlichte Bericht „State of nature in the EU“ zeigt, dass sich 83% der bewerteten Tier- und Pflanzenarten in einem „mangelhaften“ bis „schlechten Zustand“ befinden. Damit liegt Österreich auf dem vorletzten Platz von 28 untersuchten EU-Ländern. Nur Kroatien schneidet noch schlechter ab. So ist beispielsweise Österreichs Luchs-Population in keinem „guten Zustand“: Die Großkatzen sind erneut vom Aussterben bedroht. Hier belegt Österreich den vorletzten Platz von 28 untersuchten Ländern. Zudem befinden sich 79% der bewerteten Lebensräume in keinem „guten Zustand“, in diesem Bereich landet Österreich mit Platz 18 nur im hinteren Mittelfeld.

Alle fünf Jahre bewertet die Europäische Umweltagentur (European Environment Agency) den Zustand von Tier- und Pflanzenarten sowie deren Lebensräume im Ländervergleich. Als Basis dienen hier offizielle Berichte der Mitgliedstaaten.

 

Auch Lage heimischer Ökosysteme alarmierend

Hauptverantwortlich am schlechten Zustand der Pflanzen- und Tierarten sowie ihrer Lebensräume in Österreich seien die Übernutzung und Verschmutzung der Natur – etwa durch intensive Land-, Forst- und Wasserwirtschaft – sowie die viel zu starke Verbauung des Landes, betont der World Wildlife Fund Österreich (WWF). Besonders dringend sei die Reduzierung des Bodenverbrauchs. Jeden Tag verschwinden in Österreich rund 13 Hektar Grünflächen unter Beton und Asphalt – das entspricht etwa 18 Fußballfeldern. „Der Flächenfraß hat längst jedes naturverträgliche Maß überschritten und trägt maßgeblich zum schlechten Zustand vieler Arten und ihrer Lebensräume bei“, so der WWF.

„Die Antwort auf dieses Armutszeugnis muss ein ambitionierter Aktionsplan zum Schutz der biologischen Vielfalt und eine Reduktion des viel zu hohen Bodenverbrauchs sein“, fordert die Umweltorganisation, welche die Bundesregierung und die Bundesländer in der Pflicht sieht, einen konkreten Biodiversitäts-Aktionsplan vorzulegen. Es brauche eine ausreichende Finanzierung und ein deutlich besseres Monitoring geschützter Lebensräume und Arten. Derzeit gäbe es hier noch massive Defizite, allerdings: „Noch ist es nicht zu spät. Noch können wir Lebensräume, Tier- und Pflanzenarten schützen und vor dem Aussterben bewahren. Die Politik darf unsere Zukunft nicht aufs Spiel setzen und muss dem Schutz der Biodiversität viel mehr Gewicht geben“, betont der WWF.

 

WWF-Petition: "Stoppt die Verbauung Österreichs"

Mit der Petition gegen den Flächenfraß unter dem Motto "Natur statt Beton" fordert der WWF von der Österreichischen Bundesregierung einen Bodenschutz-Vertrag. Innerhalb weniger Wochen haben bereits mehr als 9.000 Menschen diese Petition unterschrieben.

 

Hier geht’s zur Petition "Natur statt Beton. Stoppt die Verbauung Österreichs!"

Download des Berichts "State of nature in the EU" der EEA - European Environment Agency

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