Neue EU-Emissionsregeln könnten Aus für Kohlekraftwerke bedeuten
Am Montag wurden neue EU-Regeln für den Schadstoffausstoß von Kraftwerken ab 2021 angenommen. Die niedrigeren Grenzwerte für Feinstaub, Quecksilber, Schwefel und Stickoxide könnten das Aus für einen Großteil der europäischen Kohlekraftwerke bedeuten.
Die neue LPC BREF-Richtlinie April 2017 von den Mitgliedsstaaten genehmigt und nun von der Kommission vereinbart. Ab 2021 dürfen demnach mehr als 3.000 Kraftwerke in Europa nur mehr höchstens 175 Milligramm Stickoxid pro Kubikmeter ausstoßen. Laut Schätzungen könnten 82 % der Kohlekraftwerke diese Grenzwerte nicht einhalten. Für viele davon könnten deswegen nach Inkrafttreten der Richtlinie nur mehr Schließungen in Frage kommen.
In der Praxis könnten die Mitgliedstaaten Ausnahmen genehmigen, wenn die Kosten im Vergleich zu den Vorteilen des Umweltschutzes unverhältnismäßig wären. Denn die neuen Regeln treffen nicht in allen Mitgliedstaaten auf Zustimmung. Unter anderem sprachen sich Länder wie Polen, Bulgarien, Deutschland und die Tschechische Republik im Industrieausschuss gegen die neuen Grenzwerte aus.
EEB: New rules hasten end for Europe’s dirtiest power plants
Euractiv: Neue EU-Emissionsregeln – der Todesstoß für Kohlekraftwerke?