Neue EU-Studie untersucht die Schadstoffbelastung der Menschen in Europa
Chemie & Nanotechnologie
4.000 Mütter und Kinder in 17 EU-Ländern werden auf Schadstoffbelastung von Quecksilber, Cadmium, Cotinin und Phtalate (Weichmacher) getestet.Im August startet eine EU-Studie, mit der die Schadstoffbelastung der Menschen in Europa getestet werden soll. In insgesamt 17 Ländern werden 120 Mütter mit ihren 6 - 11 jährigen Kindern mittels Urin- und Haarproben getestet. Die DEMOCOPHES-Studie will klären, ob und in welchem Ausmaß Schadstoffe aufgenommen werden und wie hoch die durchschnittliche Belastung ist. Insgesamt vier Stoffe werden getestet: Quecksilber, Cadmium, Cotinin und Phtalate (Weichmacher), sie wurden auf Grund ihrer schädlichen Wirkungen ausgesucht und weil für diese Schadstoffe bereits gesundheitlich basierte Bewertungsmaßstäbe existieren.
Quecksilber im Haar spiegelt den Konsum von quecksilberbelastetem Fisch wider, Cadmium wird durch die Nahrung und das Rauchen aufgenommen. Der Cotiningehalt im Urin ist ein Maß für die Passivrauchbelastung und Phtalate werden für die Produktion vieler Plastikprodukte verwendet, unter anderem auch für Spielzeug.
Die Studie ist Teil des Human-Biomonitoring Projektes der EU, die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die Schadstoffbelastung der Menschen in den Mitgliedsländern der Europäischen Union zu vergleichen, bei der Suche nach den Ursachen für die Schadstoffbelastungen zu helfen, und politische Maßnahmen zu ermöglichen.
In Österreich wurden bereits im Frühjahr die Ergebnisse einer ähnlichen Studie veröffentlicht. Das Umweltbundesamt führte in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Universität Wien erstmals in Österreich eine repräsentative Untersuchung von Personen auf Industriechemikalien und die Schwermetallverbindung Methylquecksilber durch. Beauftragt wurde die Studie vom Lebensministerium.
Die Ergebnisse zeigen, dass eine Schadstoffbelastung der ÖsterreicherInnen feststellbar ist. Hans-Peter Hutter, Projektleiter vom Institut für Umwelthygiene der Medizinischen Universität berichtet, dass unter anderem Phtalate (Weichmacher) in den Untersuchungspersonen nachgewiesen werden konnten, darunter auch bei Kindern. Gesundheitliche Auswirkungen seien zum Beispiel wiederholtes Husten und hormonelle Probleme, Kopfschmerzen, Durchfall und Juckreiz.
Bestimmte Verhaltensweisen standen deutlich mit höheren Phtalatwerten im Zusammenhang, darunter die häufigere Verwendung von Haarschaum, Haarfärbemittel und Make-up, aber auch das Kauen von Kaugummi sowie der Konsum von Getränken aus PET-Flaschen.
Pressemitteilung Umweltbundesamt Deutschland: Untersuchung zur Schadstoffbelastung der Menschen in Europa
EU-Webseite DEMOCOPHES (en)
Umweltbundesamt Österreich: Schadstoffe im Menschen