Neue Methode zur Erfassung von Schwefeldioxidemissionen
Verkehr & Luft & Industrie
Wissenschaftler entwickeln eine Flüssigkeit zur selektiven Erfassung von Schwefeldioxidemissionen (SO2).Die neu entwickelte Flüssigkeit, kurz DUBA, könnte die aktuellen Verfahren zur Abscheidung von SO2-Abgasen ersetzen. Bei der Methode reagiert ein Molekül (N-dibutylundecanolamine) mit SO2 zu einer Flüssigkeit. Die Flüssigkeit hat gegenüber anderen Verfahren der SO2-Erfassung den Vorteil, dass sie sich leicht transportieren lässt und der Prozess umkehrbar ist. Die SO2-reiche Flüssigkeit kann nämlich durch Erhitzung wieder in ihre Ausgangsbestandteile zerlegt werden. DUBA kann damit wieder zur selektiven Erfassung von SO2 verwendet werden und das SO2 in anderen industriellen Prozessen verwertet werden.
Schwefeldioxidemissionen entstehen hauptsächlich bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen. Vor allem bei Kohlekraftwerken entstehen erhebliche Mengen an Schwefeldioxid. Aktuell wird das Schwefeldioxid durch korrosive Kalklösungen oder Natronlaugen von den Abgasen getrennt, ein Teil der dabei anfallenden Schwefelabfälle muss auf Deponien entsorgt werden. Neben dem Beitrag von SO2 zur Entstehung von saurem Regen, trägt SO2 auch zur Feinstaubbelastung bei und kann Atemwegsprobleme verursachen. DUBA hätte den Vorteil, dass es umweltfreundlicher, energieeffizienter und weniger korrosiv als bisherige Methoden wäre.
Quelle: Heldebrant, D.J., Koech, P.K. and Yonker, C.R. (2009). A reversible zwitterionic SO2-binding organic liquid. Energy & Environmental Science. DOI: 10.1039/b916550a.
Kontakt E-Mail: david.heldebrant@pnl.gov