Neuer Bericht belegt vielfachen Nutzen guter Luftqualität

15. Jan 21

Der bereits letzten November veröffentlichte zweite Clean Air Outlook-Bericht bewertet die Aussichten für die Erreichung der Ziele der NEC-Richtlinie für 2030. Im Rahmen der EU-NEC-Richtlinie (NEC = National Emission Ceiling) werden Reduktionsziele für bestimmte Luftschadstoffe den Mitgliedsstaaten vorgegeben, um die Feinstaubbildung zu senken.

Darüber hinaus berücksichtigt der Bericht die Ambitionen einer „Null-Umweltverschmutzung“ im Rahmen des Europäischen Green Deal und des Programms für saubere Luft, wonach die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die Gesundheit bis 2030 im Vergleich zu 2005 halbiert werden sollen. Der Bericht aktualisiert die Analyse und die Schlussfolgerungen des im Jahr 2018 veröffentlichten ersten Berichts unter Berücksichtigung der zahlreichen Entwicklungen, die sich aus der NEC-Richtlinie und anderen relevanten Gesetzen und Richtlinien ergeben.

Dem Bericht nach könnte die Zahl der vorzeitigen Todesfälle aufgrund von Luftverschmutzung im Jahr 2030 gegenüber 2005 um rund 55% gesenkt werden, sofern die Mitgliedstaaten alle Maßnahmen umsetzen würden, die im Rahmen der bestehenden EU-Rechtsvorschriften zur Regulierung der Luftverschmutzungsquellen und zur Begrenzung des Klimawandels vereinbart und angekündigt wurden. Der aktuelle Ausblick für saubere Luft zeigt, dass die untersuchten Maßnahmen für saubere Luft der Gesellschaft einen Nettonutzen bringen, wobei der Nutzen dieser Maßnahmen stets die Kosten übersteigt und langfristig zur Steigerung des Bruttoinlandprodukts (BIP) beiträgt.

Bei der Modellierung im Rahmen dieses Clean Air Outlook wurden die kostengünstigsten Maßnahmen zur Kontrolle der Luftverschmutzung ermittelt, mit denen alle Mitgliedstaaten ihren Verpflichtungen aus der NEC-Richtlinie nachkommen können, auch ohne mögliche Synergien mit Klimaschutzmaßnahmen zu berücksichtigen. Wenn die Mitgliedstaaten alle bestehenden sektoralen Rechtsvorschriften zur Regulierung der Luftverschmutzung und der Maßnahmen zur Erreichung der im Dezember 2018 vereinbarten Klima- und Energieziele für 2030 umsetzen, könnten die Luftschadstoffemissionen ausreichend reduziert werden, um die Anforderungen der NEC-Richtlinie auf EU-Ebene im Jahr 2030 für alle Schadstoffe (außer Ammoniak) erfüllen.

Der Bericht „Luftqualität in Europa - 2020“ zeigt, dass die Emissionen der meisten Luftschadstoffe in der EU in den letzten Jahrzehnten zwar zurückgegangen sind, die Luftverschmutzung jedoch weiterhin ein erhebliches Problem darstellt. Insgesamt ist die Luftverschmutzung für etwa 400.000 vorzeitige Todesfälle in der EU pro Jahr verantwortlich und dafür, dass etwa zwei Drittel der Ökosystemfläche in der EU der Eutrophierung, d.h. der unerwünschten Zunahme eines Gewässers an Nährstoffen und dem damit verbundenen nutzlosen und schädlichen Pflanzenwachstum, ausgesetzt sind. Luftverschmutzung führt auch zu erheblichen wirtschaftlichen Kosten, da sie höhere medizinische Kosten verursacht, die Produktivität verringert, beispielsweise durch verlorene Arbeitstage, und die landwirtschaftlichen Erträge verringert.

 

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Edition CNN