Neues Buch zur Fleischindustrie: Grausamkeit, Klimawandel, Welthunger
Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz
Ein neues Buch des bisherigen Romanautors Jonathan Safran Foer befasst sich nicht nur mit den brutalen Aspekten der Massentierhaltung sondern auch mit Klimawandel, menschlicher Gesundheit und dem Welthunger.Jonathan Safran Foer hat drei Jahre lang recherchiert, woher unser Fleisch kommt und wie es produziert wird. Das daraus entstandene Buch „Tiere essen“ steckt laut Rezension des „Handelsblatt“ voller Brutalität, „ist aber nicht polemisch, erstaunlich fair, faktenreich und absolut glaubwürdig.“
Für die Ernährung eines durchschnittlichen US-Amerikaners sterben demnach 21.000 Tiere, die zu 99 Prozent aus Massentierhaltung stammen. In Deutschland sind es 98 Prozent.
Und die Massentierhaltung ist bekannterweise brutal und lebensverachtend. Foer schildert Horrorgeschichten von Hühnern, Puten, Truthähnen, Rindern und Schweinen.
Diese allein würden als Argument gegen die Massentierhaltung schon ausreichen, Foer befasst sich aber auch mit anderen Aspekten: Der Gesundheitsgefährdung für die Menschen durch den massiven Medikamenteneinsatz, der Treibhausgasproduktion sowie dem Beitrag des Fleischkonsums zum Welthunger.
Zum Klimawandel schreibt Foer: „Die landwirtschaftliche Nutztierhaltung trägt 40 Prozent mehr zur globalen Erwärmung bei als der gesamte Verkehrssektor; sie ist die Ursache Nummer eins für den Klimawandel“.
Außerdem hat Fleisch eine erschreckend schlechte Bilanz in der Nahrungskette: Um eine Kalorie Fleisch zu produzieren, braucht es zwischen sechs und 26 Futterkalorien – vom enormen Wasserverbrauch ganz zu schweigen. Der steigende Fleischkonsum führt dazu, dass die ungerechte Verteilung von Nahrung und Wasser auf der Welt zunehmen wird.
Jonathan Safran Foer
Tiere essen
Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2010
400 Seiten