North Dakota: Wilder Raps weitgehend mit gentechnisch veränderten Genen kontaminiert

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Auch weit entfernt von Rapsfeldern, „in der Mitte von Nirgendwo“ fanden ForscherInnen in North Dakota, USA, wilde Rapspflanzen mit gentechnisch veränderten Genen. Einige der untersuchten Pflanzen haben die Gene auch schon weiterentwickelt – und zeigen nun Eigenschaften, die Firmen wie Monsanto bereits seit langer Zeit entwickeln und vermarkten wollen.

Dies zeigt nicht nur, dass veränderte Gene auf Wildpflanzen übertragen werden, sondern auch, dass sie in „freier Wildbahn“ stabil sind und sich gemäß den Gesetzen der Evolution weiterentwickeln.

Rund 90 % des in den USA und Kanada angebauten Rapses sind gentechnisch verändert und gegen die Pestizide Glufosinat („Liberty“) oder Glyphosat („Roundup“) resistent. Raps kann mit zumindest zwei wild wachsenden Arten Hybride bilden, also (fortpflanzungsunfähige) Nachkommen haben, darunter auch der Ackersenf, der als Unkraut gilt.
Wahrscheinlichste Quelle für die „Auswilderung“ der Gene sind Samen, die während der Ernte verloren gehen oder beim Transport vom LKW fallen.

Bisher gibt es dem Artikel zu Folge noch keine Beweise, ob die Resistenzgene die Konkurrenzfähigkeit der Pflanzen stärken oder schwächen. Die aktuellen Forschungsergebnisse seien aber eine Warnung, was zukünftige mögliche Entwicklungen bei gentechnisch verändertem Saatgut angeht: Bei der Entwicklung von Eigenschaften wie höherer Keimfähigkeit oder Toleranz gegenüber Dürre, Salz, Hitze und Kälte sei Vorsicht angesagt.

Monsanto zeigt sich von den Forschungsergebnissen übrigens nicht überrascht: Da der kultivierte Raps zum überwiegenden Teil gentechnisch verändert sei, sei es nur vernünftig, anzunehmen, dass die veränderten Gene in der Wildpopulation in einem ähnlichen Ausmaß verbreitet sind. Auch ist es nicht die Absicht von Monsanto, die Eigentümerschaft an den kontaminierten Wildpflanzen zu beanspruchen. Allerdings müssen ForscherInnen Lizenzen an Monsanto zahlen, wenn sie mit den Pflanzen arbeiten.

Artikel Scientific America (en)