Nuclear Energy Conference 2025: SMR-AKW-Pläne dienen dazu, Fördertöpfe und Investorengelder anzuzapfen

Der Physiker Matthias Englert, Experte für zukünftige Reaktorsysteme, betonte in seiner Keynote, dass derzeit viel von einer "Renaissance der Kernenergie" die Rede sei, in Wirklichkeit jedoch nur eine Renaissance der Ankündigungen stattfinde. Kommerziell wettbewerbsfähige "Small Modular Reactors" (SMRs) seien nicht in Sicht. Viele Systeme befänden sich nach wie vor "in der Entwicklung" - manche seit Jahrzehnten, ohne dass ein marktreifes Produkt absehbar sei. Englert wies darauf hin, dass nach der Investition von vielen Milliarden Steuergeldern die Industrie nun zunehmend auf der Suche nach Venture Capital sei. Er machte zudem deutlich, dass SMRs keine sinnvolle Option zur Bekämpfung der Klimakatastrophe darstellten.

Tschechiens Energiesituation

Oberösterreichs Anti-Atom-Beauftragter Dalibor Strasky gab einen Überblick über die Energiesituation in Tschechien, die bestehenden AKWs und geplanten AKW- und Endlager-Projekte. Patricia Lorenz, Anti-Atom-Sprecherin von Global 2000 erläuterte die rechtliche Situation der geplanten SMR-Errichtung.

atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber analysierte in seinem Referat, warum die Atomlobby beharrlich auf der Bezeichnung "Small Modular Reactor" für die SMR-AKWs besteht: "Die Atomindustrie verwendet den Begriff "small", um Ungefährlichkeit und Beherrschbarkeit zu suggerieren. Das darin implizierte Versprechen, irgendwann sichere Mini-AKWs bauen zu können, hilft, viele Milliarden loszueisen. Daher haben sich die österreichischen Anti-Atom-Organisationen darauf geeinigt, das Akronym "SMR" richtigerweise als "Smart Marketing Reactor" auszuschreiben."

Ausbau Erneuerbarer Energie vorantreiben

Das abschließende Forumsgespräch der NEC2025 wurde vom Moderator Markus Staudinger, Außenpolitikchef der Oberösterreichischen Nachrichten, aufgrund der großen Beteiligung des Publikums verlängert. Klima-Landesrat Stefan Kaineder unterstrich in der Debatte, dass Atomstrom überflüssig sei, wenn der Ausbau erneuerbarer Energien konsequent vorangetrieben werde. Die Atomkraft, so Kaineder, bleibe zudem die einzige Technologie, die mit ihrem radioaktiven Abfall unzähligen Generationen eine bleibende Gefahr hinterlasse.

Presseaussendung atomstopp_atomkraftfrei leben