OceanCare: Internationale Walfangkommission - Walfangverbot hält
Walfangmoratorium gesichert, Schutzgebiet verhindert
Die 70. Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Hobart (Tasmanien) endete mit einer wichtigen Bestätigung: Das weltweite Moratorium für den kommerziellen Walfang bleibt bestehen. Ein Rückschlag war hingegen das erneute Scheitern des geplanten Walschutzgebiets im Südatlantik. Obwohl eine Mehrheit der Mitgliedstaaten dafür stimmte, blockierte eine kleine Staatengruppe die Initiative – wie schon seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Enttäuschend war auch der Rückzug eines Schweizer Antrags zum Schutz von Delfinen und anderen Kleinwalen. Dieser sollte insbesondere die gezielte Tötung von Kleinwalen, etwa zur Verwendung als Fischköder, stärker in den Zuständigkeitsbereich der IWC rücken und konkrete Schutzempfehlungen ermöglichen.
Neue Impulse für einen umfassenden Walschutz
Trotz dieser Rückschläge gab es Fortschritte: Die IWC verabschiedete eine Resolution zur Vermeidung von Schiffskollisionen mit Walen. OceanCare setzte sich zudem erfolgreich dafür ein, das Wohlergehen einzelner Tiere stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Denn neben dem Walfang bedrohen auch Meeresverschmutzung, Schiffskollisionen und das Verheddern in Fischereigerät das Leben und Wohlbefinden der Meeressäuger. Walschutz ist deshalb nicht nur eine Frage des Arten-, sondern ebenso des Tierschutzes.
Vier Jahrzehnte Walfangmoratorium und die Erholung einzelner Walbestände zeigen, dass konsequenter Schutz wirkt. Zugleich macht die Tagung deutlich, dass diese Errungenschaft keineswegs selbstverständlich ist. Das Moratorium muss weiterhin verteidigt und die IWC an die vielfältigen heutigen Bedrohungen angepasst werden, damit Wale langfristig wirksam geschützt werden können.
OceanCare Gedanken zur 70. Tagung der Internationalen Walfangkommission, 12.10.2026