OECD-Papier kritisch zu Agrotreibstoffen
Klima & Energie, Verkehr & Luft & Industrie
Agrotreibstoffe haben nur ein "sehr begrenztes" Potential, Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ohne gleichzeitig die Lebensmittelpreise zu gefährden. Außerdem bringen typische Agrotreibstoffe derzeit weniger als 40 % Einsparungen an Treibhausgasemissionen - berücksichtigt man auch die Nutzung von Düngemitteln und den Biodiversitätsverlust, können die Umweltauswirkungen von Agrotreibstoffen jene von fossilen Treibstoffen "leicht übersteigen".Zu diesem Schluss kommt ein aktuelles Diskussionpapier der OECD, das Anfang September 2007 für eine Sitzung des "Runden Tisches zur Nachhaltigen Entwicklung" der OECD erarbeitet wurde.
Daher, so die OECD, solle die EU ihr Agrotreibstoff-Ziel mit technologieneutralen Politiken wie CO2-Steuer ersetzen und vermehrt auf Energiesparen und Verbesserung der Effizienz von Autos setzen. Das wäre auch billiger, als inneffizient neue Energiequellen zu subventionieren.
Friends of the Earth, die ja schon länger gegen das Agrotreibstoff-Ziel der EU (10 % bis 2020) auftreten, zeigten sich in einer Pressemeldung erfreut über die Aussagen der OECD. Die EU solle dies zum Anlassen nehmen, dieses Ziel zurückzunehmen.
Diskussionspapier "Biofuels: is the cure worse than the disease?" (en pdf 601kb)
Website OECD Round Table on Sustainable Development (en)
Pressemeldung FoE (en)