Ökobüro: EU-Staaten verfehlen Energiesparziel
Energie
„18 von 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben ihre Ziele für den Energieverbrauch gemeldet, die bis 2020 zu einer Gesamtenergiereduktion der EU von 20% gegenüber 1990 führen sollen. The Coalition for Energy Savings (CES) hat nun errechnet, dass die - ohnehin unverbindlichen - Ziele der einzelnen Staaten zu niedrig sind, um dieses Ziel zu erreichen“, informiert das Ökobüro.„Unter den gemeldeten Ländern sind die Slowakei, Belgien, Irland, Griechenland und Italien die Musterschüler. Gegenüber den aktuellsten Energieverbrauchsprojektionen haben sich diese Länder die ambitioniertesten Einsparungen zum Ziel gesetzt. Estland, Finnland, Malta, Rumänien und Portugal streben hingegen sogar einen Mehrverbrauch an.“
Österreich würde nur „im schwachen Mittelfeld mitschwimmen“, kritisiert das Ökobüro. „Das in Österreichs Energiestrategie gesetzte Ziel von 1.100 Petajoul (entspricht ca. 26 Mtoe und dem Endenergieverbrauch von 2005) energetischen Endverbrauchs wurde, begünstigt durch einen milden Winter, bereits 2011 unterschritten.“ Weitere Anstrengungen, den Energieverbrauch darüber hinaus dauerhaft zu reduzieren, seien derzeit jedoch laut Angaben des Ökobüros nicht erkennbar. Dabei gäbe es gerade in Österreich große Einsparungspotentiale, vor allem beim Verkehr, Österreichs größtem Energieverbraucher.
„Wie das Beispiel Wien drastisch vor Augen geführt hat, kann man durch richtig gesetzte Maßnahmen die Öffentlichen Verkehrsmittel gegenüber dem Auto wesentlich attraktiver machen. Die verbilligte Jahreskarte für 365 Euro hat den Wiener Linien einen Ansturm neuer Kunden beschert. Binnen eines Jahres stieg die Zahl der Jahreskartenbesitzer um rund 140.000 auf mehr als 530.000.“