Oekonews.at: Natur des Jahres 2018
15. Feb 18
Naturschutzorganisationen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz wählen jedes Jahr Pflanzen und Tiere zur „Natur des Jahres“. Die Auszeichnung „Natur des Jahres“ geht jedes Jahr an verschiedene Organismen im deutschsprachigen Raum, um Bewusstsein für eine bestimmte Art oder einen Lebensraum zu schaffen und auf Gefährdungen aufmerksam zu machen. Heuer zählen beispielsweise der Igel, der Langblättrige Ehrenpreis und der Wels zur „Natur des Jahres 2018“. Zur Heilpflanze des Jahres 2018 wurde die Ringelblume vom Verein der „Freunde der Heilkräuter“ ernannt.
Die Ringelblume – Heilpflanze des Jahres 2018
Über kaum ein Heilkraut ist soviel geschrieben worden wie über die Ringelblume (Calendula officinalis). Denn die Ringelblume besitzt hervorragende wundheilende, antiseptische und blutreinigende Heileffekte. Neben ihrer heilenden Wirkung wurde sie früher von Bauern für die Wettervorhersage beobachtet. Die Ringelblume gilt als Symbol für die Unvergänglichkeit, weil sie langlebig ist und den ganzen Sommer über immer wieder blüht.
Der Igel – Tier des Jahres 2018
Die nachtaktiven Insektenvertilger zählen zu den beliebtesten heimischen Tierarten. Die bis zu 1,5 Kilogramm schweren Einzelgänger sind zwar mit ihren bis zu 8.000 Stacheln gegen Fressfeinde gut geschützt, im Straßenverkehr hingegen leider eine der am häufigsten getöteten Arten. Die natürlichen Lebensräume in strukturreichen Gebieten mit unterschiedlicher Vegetation gehen zunehmend verloren. Dabei weichen Igel immer häufiger in gut strukturierte Parkanlagen und Gärten aus. Von Oktober bis Mai verschläft der Igel die kalte Jahreszeit in seinem Nest in Laubhaufen oder unter Holzstößen. Der Igel ist in Österreich nicht als gefährdet eingestuft, wobei die Bestände rückläufig sind.
Langblättrige Ehrenpreis - Blume des Jahres 2018
Die leuchtend blauen Blüten des Langblättrigen Ehrenpreis (Veronica maritima) sind bei Nektar sammelnden Insekten besonders beliebt. Mit dieser für feuchte und zeitweise auch überflutete Standorte typischen Pflanze wird auf einen der am stärksten bedrohten Lebensräume aufmerksam gemacht: die naturnahen Flussauen. Der Langblättrige Ehrenpreis ist eine ausdauernde Staude, wird bis zu 120 Zentimeter hoch und ist in Österreich vor allem in Niederösterreich, der Steiermark und dem Burgenland verbreitet. Sie gilt als stark gefährdet.
Der Wels - Fisch des Jahres 2018
Der Wels (Silurus glanis) gehört mit einer durchschnittlichen Länge von bis zu 1,5 Metern zu den größten Fischen in Österreich. Mit seiner schlangenartigen Körperform, dem riesigen, mit kleinen messerscharfen Zähnen besetzten Maul und den Bartfäden ist er eine beeindruckende Erscheinung. Bei der Nahrungssuche sind Welse nicht wählerisch. Von Pflanzen über Krebse, Insekten und Fische bis hin zu Vögeln und kleinen Säugern findet alles, was zu überwältigen ist, den Weg in den Magen des Fisches. Natürliche Vorkommen finden sich in größeren Flüssen und Seen. In Niederösterreich findet sich der Wels in der March und im Bereich der Nationalparks Thayatal und Donau-Auen.
Die „Natur des Jahres“ holt nicht nur Projekte und Arten vor den Vorhang, sondern macht auch auf die dramatischen Verluste an wertvollen Organismen und Lebensräumen aufmerksam. Hier ist jede und jeder aufgerufen, seinen Betrag zum Naturschutz zu leisten. Denn die Natur zu schätzen, heißt auch sie mit Respekt zu behandeln.
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Naturschutzbund: Natur des Jahres 2018