Österreich gewinnt europäisches Zukunftsprojekt
Das ALLWATERS-Konsortium mit maßgeblicher Beteiligung der BOKU University und der TU Wien hat sich beim Governing Board Meeting des Europäischen Innovations- und Technologieinstituts (EIT) in Budapest erfolgreich gegen vier konkurrierende europäische Bietergemeinschaften durchgesetzt. Das Konsortium erhielt den Zuschlag zur Einrichtung und Leitung der neuen Knowledge and Innovation Community (KIC) EIT Water, die Europas Herausforderungen im Wasser-, Marine- und Maritimbereich adressieren wird. Die Projektdauer beträgt insgesamt 14 Jahre (7 + 7 Jahre).
Europaweite Initiative gegen Wasserknappheit, Degradation von Ökosystemen und für eine zirkuläre Wasserwirtschaft
EIT Water wird sich den dringendsten wasserbezogenen Herausforderungen Europas widmen – darunter Wasserknappheit, Dürren, Überschwemmungen, Degradation von Gewässerökosystemen sowie der Übergang zu einer zirkulären und blauen Wirtschaft. Das neue KIC wird unter dem Dach des EIT Spitzenforschung, Wirtschaft und Bildung vernetzen, um gemeinsam Innovationen zu fördern, die Gründung und das Wachstum von Start-ups und Spin-Offs zu beschleunigen und zukunftsorientierte Bildungsprogramme für Studierende und Fachkräfte zu entwickeln. Ein zentrales Element von EIT Water ist der Aufbau von acht Co-Location-Centers (CLCs) in Europa. Diese regionalen Innovationszentren stellen sicher, dass die wasserbezogenen Innovationsbedarfe und -aktivitäten der Regionen in der gesamteuropäischen Wasser-Strategie abgebildet werden. Neben Aarhus (Sitz des Headquarters), Berlin, Antwerpen, Málaga, Varna, Šibenik und Leeds wird auch Wien Standort eines solchen Zentrums sein – eines von nur zwei CLCs, die direkt an Universitäten angesiedelt sind. Das CLC Vienna wird ab 2026 gemeinsam von der BOKU-University und der Technischen Universität Wien aufgebaut. Die interimistische Leitung für Wien übernimmt Christoph Hauer vom Institut für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung der BOKU. Die BOKU ist zudem im European Steering Committee von ALLWATERS vertreten und spielt damit eine strategische Schlüsselrolle in der inhaltlichen Ausrichtung von EIT Water.
Ein starker europäischer Impuls – getragen von Forschung, Bildung und Industrie
EIT Water folgt der EIT-KIC-Logik eines 3-Säulen-Modells, das Forschung, Wirtschaft und Bildung eng verzahnt. Über diesen kollaborativen Ansatz soll Europa die ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Wassersektor besser meistern, seine wirtschaftliche Innovationskraft ausbauen und die globale Wettbewerbsfähigkeit in diesem Bereich langfristig absichern. 2026 beginnt der formale Aufbau des Wiener Zentrums im Rahmen des Start-Up Grant Agreements. Ab 2027 wird das CLC seine volle Wirksamkeit in den Bereichen Forschung, Innovation, Unternehmensentwicklung und Ausbildung entfalten.