Österreich: Mehrheit für Glyphosat-Verbot

13. Juni 19

Unerwartet führt die turbulente politische Situation in Österreich nun zu einem Erfolg für die Umweltbewegung. Mit Stimmen der SPÖ und FPÖ stimmte das Parlament einem Verbot von Glyphosat in Österreich zu.  

In einer Aussendung zur Initiative bezeichnete SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Pamela Rendi-Wagner das Mittel als „höchstgefährlich“. Ein Verbot sei bisher im Sinne der Interessen der Agrochemie-Konzerne blockiert worden. Während auch FPÖ-Klubobmann Norbert Hofer ein Verbot als „Zeichen für verantwortungsvolle Umweltpolitik“ bezeichnete, ging die ÖVP beim Antrag nicht mit und ÖVP geht beim Glyphosat-Verbot nicht mit und brachte einen eigenen Antrag für ein Teilverbot ein. 

Global 2000 und Greenpeace begrüßten den Vorstoß für ein Glyphosat-Verbot, die IndustrieGruppe Pflanzenschutz meinte dagegen wenig überraschend, der Beschluss der FPÖ, den SPÖ-Antrag zu unterstützen, gehe "zulasten von Umwelt und Landwirtschaft". 

Nun muss der Antrag noch im Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft behandelt werden, eine Abänderung des Pflanzenschutzmittelgesetzes ist schon in der Sitzung des Nationalrates am 2. Juli möglich. Das Pflanzengift ist derzeit EU-weit bis 2022 zugelassen, EU-Agenturen halten den Wirkstoff für unbedenklich.
 

orf.at: Glyphosatverbot auf Schiene

Der Standard: Mehrheit im Nationalrat für Glyphosat-Verbot in Österreich