Österreich sagt nur 30 Millionen Euro Klimafinanzierung zu
19. Sept 2019
Im Jahr 2017 stellten die am stärksten industrialisierten Länder der Welt etwas mehr als 70 Milliarden Dollar für Staaten bereit, die am meisten durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind. Diese Zahl liegt weit unter den jährlichen 100 Milliarden Dollar, die im Jahr 2009 für das folgende Jahrzehnt zugesagt wurden. Drei Viertel des Geldes stammen aus öffentlichen Quellen, 20% aus der Unternehmenswelt.
Die Lücke zwischen Versprechungen und tatsächlich bereitgestellten Mitteln könnte beim UN-Klimagipfel am 23. September zu einer Debatte führen.
Österreich erhöhte seinen Beitrag zum Green Climate Fund auf 30 Mio. Euro, was laut WWF und Global 2000 ein jedoch noch immer viel zu geringer Betrag sei. Diese Summe entspricht in etwa 3,40 Euro pro Person, wohingegen andere europäische Länder wie zum Beispiel Schweden auf ungefähr 54 Euro und die Schweiz auf 11 Euro pro Kopf kommen.
Global 2000 Klimasprecher Johannes Wahlmüller teilt in einer Aussendung mit: „Das sind Almosen, verglichen mit dem gewaltigen Problem, vor dem viele Entwicklungsländer stehen. Wenn wir ernsthaft etwas ändern wollen, dann braucht es viel mehr als diese mickrigen Beträge. Mindestens 100 Mio. Euro an Soforthilfe für den Green Climate Fund sind notwendig, dazu braucht es pro Jahr ein zusätzliches Programm mit öffentlichen Mitteln in Höhe von mindestens 150 Mio. Euro.“
Ändert sich nichts an der bisherigen Situation, könnte es bereits in wenigen Jahrzenten bis zu 250 Millionen Klimaflüchtlinge geben, deren Heimat von Dürren, Überschwemmungen und anderen, vom Klimawandel verstärkten, Naturkatastrophen heimgesucht werden würde.
Euractiv: Wealthy countries still failing on $100 billion climate finance pledge
GLOBAL 2000 fordert im Vorfeld von UN-Gipfel mehr Ambition beim Klimaschutz