Österreich will strengeres GVO-Zulassungsverfahren in der EU

Landwirtschaft, Gentechnik & Tierschutz

Der von der EU-Kommission vorgelegte Vorschlag zur Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen in Lebens- und Futtermitteln stößt bei Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter auf große Skepsis. Der Minister bezweifelt, dass „dieser realitätsferne Vorschlag“ die Zustimmung der EU-Mitgliedsstaaten und des EU-Parlaments findet.

Die einzelnen Mitgliedstaaten sollen nach dem Willen der Kommission auch importierte genmodifizierte Futter- und Nahrungsmittel auf ihrem Territorium zulassen oder verbieten können. Kritiker befürchten allerdings, dass dadurch neue Genehmigungen schneller erteilt werden. 17 Gentechnikpflanzen warten zurzeit auf eine Importzulassung. Mehr als 60 Prozent des in der EU verwendeten Eiweißfutters, vor allem für die Fleischerzeugung, werden aus Lateinamerika eingeführt. Der Großteil dieser Importe besteht aus gentechnisch verändertem Soja. Bereits die Richtlinie für die Anbaugenehmigung von Genpflanzen, die im März beschlossen wurde, beurteilen Umweltverbände und Landwirte negativ.

Für Rupprechter ist der Vorschlag der Kommission "eine Mogelpackung und nur scheinbar ein Schritt nach vorne“, weil genmanipulierte Pflanzen weiterhin in der EU gegen den Willen der Mehrheit der Mitgliedsstaaten und des EU-Parlaments zugelassen werden können. „Durch den vorliegenden Vorschlag droht eine Lockerung des Zulassungsverfahrens und ein Fleckerlteppich an nationalen Regelungen in der EU."

BMLFUW Pressemitteilung
EU-Kommission Pressemitteilung
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