Österreich wird gegen Verlängerung der Glyphosat-Zulassung stimmen

6. Okt 17

Wenn im November die EU-Kommission über eine Verlängerung der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere zehn Jahre entscheidt, wird Österreich mit „Nein“ abstimmen. Das ist das Ergebnis des EU-Unterausschusses des Nationalrats durch die Stimmen von Grünen, SPÖ und FPÖ. Das Ergebnis ist bindend für ÖVP-Landwirtschaftsminister Rupprechter.

Das Pestizid Glyphosat steht im Verdacht gesundheitsschädlich und krebserregend zu sein. Eine eindeutige wissenschaftliche Klärung fehlt trotz zahlreicher Studien bis dato. Grundlage des Beschlusses sei das in der EU geltende Vorsorgeprinzip, so die Grünen. So lange die Unschädlichkeit von Glyphosat nicht eindeutig geklärt sei, müsse auf die Anwendung verzichtet werden.

Laut Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hätte Österreich jedoch auch ohne diese Weisung gegen die Verlängerung gestimmt. 2016 reichte die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) bei der EU Bedingungen für die weitere Zulassung ein, die bisher aber noch keine Berücksichtigung fanden.

Erfreut reagieren die österreichischen Umweltschutzorganisationen wie GLOBAL 2000 auf die Entscheidung. Greenpeace weist aber auch darauf hin, dass es bei einer weiteren Zulassung von Glyphosat auf EU-Ebene für Österreich eines nationalen Ausstiegswegs bedarf. Die IndustrieGruppe Pflanzenschutz (IGP) hingegen beklagt, dass ein europaweites Verbot mit schweren wirtschaftlichen Schäden und Umsatzeinbußen von elf Milliarden Euro pro Jahr verbunden wäre.

 

Glyphosat: Österreich gegen Zulassungsverlängerung