Offener Brief der „Green 10“ zum kommenden EU-Sondergipfel in Bratislava

Die zehn größten europäischen Umwelt-NGOs, auch als „Green 10“ bekannt, wandten sich im Vorfeld des EU-Sondegipfels im September in einem offenen Brief an den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk, den EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker, den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz und den slowakischen Premierminister Robert Fico.

In dem Brief vom 30. August 2016 thematisieren sie die Auswirkungen des BREXIT und präsentieren ihre Forderungen an die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs.

Um die Ziele der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung und des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, bedürfe es einer gemeinsamen Umsetzungsstrategie der EU, die auf den vor genau einem Jahr beschlossenen UN-Nachhaltigkeitszielen basiert und in einem offenen und partizipativen Prozess entwickelt werden solle.

Die EU muss auf die Bedürfnisse seiner BürgerInnen eingehen und sollte in Zukunft ihren Fokus auf eine geregelte Globalisierung legen, die die Auswirkungen auf die Menschen und den Planeten mit in Betracht ziehen.

Meinungsumfragen zeigen immer wieder, dass Umweltthemen einen wichtigen Stellenwert in der Öffentlichkeit einnehmen. Durch das britische Referendum sollte die EU mehr Gewicht auf die Bewältigung ökologischer Herausforderungen legen und nicht „weniger Europa“ als Lösungsansatz sehen.

Die globalen Herausforderungen des Klimawandels, die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen, der Zusammenbruch von Ökosystemen, das Verschwinden von Wildtieren und der Schutz der menschlichen Gesundheit können nur gemeinsam in Angriff genommen werden.

Schließlich erinnern die „Green 10“ die EU an die Achtung der Grundrechte und der Rechtsstaatlichkeit. Rechtsvorschriften zum Schutz der ArbeitnehmerInnen, der BürgerInnen und der Umwelt haben in Europa zu hohen Lebensstandards geführt.

 

Offener Brief der "Green 10"